Fr 16. Dezember 2022
20:30

Otis Taylor (USA)

Otis Taylor klingt so authentisch, dass man meinen müsste, der Mann wär schon seit 40 Jahren tot. (US magazine)

Attribute wie “gespenstisch“, „trance-ig“, „knallhart“, „kompromisslos“, „hypnotisch“ werden häufig benutzt, wenn die Musik von Otis Taylor beschrieben wird.

Otis Taylor, 1948 in Chicago geboren, wurde mit dem Blues-Virus infiziert, als er Etta James’ „All I Wanna Do Is Make Love To You“ hörte. Inspiriert von Muddy Waters, John Lee Hooker und Jimi Hendrix lernte er Gitarre zu spielen, spezialisierte sich aber recht schnell auf im Blues-Kontext unübliche Saiteninstrumente wie Banjo und Mandoline. Als ein Plattenvertrag aus dem Alten Kontinent winkte, zog er 1969 nach London. Doch daraus wurde nichts. Ein Jahr später kehrte er zurück in die Vereinigten Staaten und bald darauf dem Musikbusiness den Rücken. Erst Mitte der neunziger Jahre schaffte es sein ehemaliger Bassist Kenny Passarelli ihn zu veranlassen, die Sache noch einmal zu überdenken. Zu unser aller Glück packte der inzwischen erfolgreiche Antiquitätenhändler seine Instrumente wieder aus ... (Pressetext)

Otis Taylor ist einer der innovativsten Blues-Künstler der letzten 20 Jahre (Billboard).

Otis Taylor wird 1948 in Chicago als Sohn von Otis und Sarah Taylor geboren. Nachdem sein Onkel dort ermordet wird, zieht die Familie Anfang der 50er Jahre nach Denver, um dort für sichere Lebensumstände zu sorgen. Otis findet schnell den Zugang zum Denver Folklore Center, wo er seine ersten Erfahrungen mit Musik macht und mit einer gebrauchten Ukulele sein erstes Instrument kauft. Nachdem er Etta James singen hört, steht für den jungen Taylor fest, dass sein musikalisches Interesse dem Blues gilt. Er erweitert sein Instrumenten-Repertoire um eine Mundharmonika und ein Banjo und gründet schon 1964 seine erste eigene Band, die „Butterscotch Fire Department Blues Band“, mit der in den folgenden Jahren zahlreiche erfolgreiche Auftritte folgen.

Die Plattenlabel Blue Horizon Records in London bietet ihm 1969 einen Plattenvertrag an, für dessen Erfüllung er nach London geht. Es kommt allerdings in der Folge zum Zerwürfnis mit der Company, die Platte kommt nicht zustande und Otis kehrt 1970 frustriert nach Denver zurück. Er gründet eine weitere Formation, die „T&O Short Line“, gemeinsam mit Tommy Bolin (Deep Purple).

Im Jahr 1977 beschließt Otis Taylor, sich aus dem Musikgeschäft vollständig zurück zu ziehen. Bis 1995 betätigt er sich erfolgreich als Antiquitätenhändler in Colorado und pflegt seine Musik ausschließlich im privaten Umfeld. Es kommt schließlich zu einem Zusammentreffen und Auftritt mit den Musikern Kenny Pasarelli und Eddie Turner und in dieser Formation, unter dem Namen „Otis Taylor Band“ bleibt das Trio für die nächsten 6 Jahre zusammen. Es erscheinen erste Alben, in denen sich Taylor textlich immer wieder mit der Rolle der farbigen Bevölkerung in den USA und deren rechtliche und gesellschaftliche Amenachteiligung auseinander setzt. Sein Werk ist somit durch und durch politisch und mit einem hohen Maß an gesellschaftskritischem Potential ausgestattet.

Im Jahr 2001 schließt er einen Vertrag mit Northern Blues Music und veröffentlicht von nun an, teilweise solistisch, teilweise mit seinen Bandkollegen eine Reihe von Alben, begleitet von zahlreichen Auftritten in den USA und in Europa. Er erhält hierfür hervorragende Kritiken, die neben seinen musikalischen Leistungen auch immer sein Engagement und seine Authentizität zum Gegenstand haben.

Bis zum heutigen Tag hat sich Otis Taylor nicht mehr von der professionellen Musik losgesagt und stellt somit eine feste Größe im Bereich des Blues dar. (Quelle: poplexikon.com)