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Aktivitäten 2018/19

 

„Porgy & Bess has consistently been the best place to present music in Europe. The sound, treatment of musicians and audience are always the best. It lives up to the great musical tradition that Vienna has represented for centuries now.“ (Dave Liebman)

„Dear friends at Porgy & Bess - many thanks for your continuous support of our music and for many good memories. I am looking forward visiting my Viennese home again in the future.“ (Branford Marsalis)

Das Porgy & Bess versteht sich als Jazz & Musicclub mit pluralistischem Programmangebot. Neben dem regulären Clubbetrieb mit Konzerten österreichischer und internationaler Musiker sind u.a. folgende Schwerpunkte auch zukünftig geplant:

 

Portrait

Das Portrait bietet für die heimische Szene die Möglichkeit der Zusammenarbeit und des Erfahrungsaustausches mit inter- und nationalen Musikern. Von 1993 bis 96 portraitierten wir herausragende Vertreter der österreichischen Jazzszene wie Fritz Pauer, Harry Pepl, Wolfgang Muthspiel, Christoph Cech, Burkhard Stangl, Uli Scherer... Ab der Saison 96/97 wurden in regelmäßigen Abständen internationale Musiker und Komponisten für mehrere Tage nach Wien eingeladen, um mit österreichischen Kollegen unterschiedliche Programme zu erarbeiten und an drei Abenden vorzustellen. Marc Ducret & Bobby Previte, Nguyên Lê, Trilok Gurtu, Sheila Jordan, Linda Sharrock, Bob Berg, Andy Sheppard & Steve Lodder sowie Kenny Wheeler erhielten in dieser Saison ein Portrait. 1997/98 gastierten Django Bates, Ray Anderson, Elliott Sharp, Dieter Glawischnig, Joachim Kühn sowie der „Hans Koller Preisträger" Martin Siewert. 2001 wurden Persönlichkeiten wie Charlie Mariano, Wayne Horvitz, Sainkho Namchylak, Dave Liebman, Mark Murphy sowie Dhafer Youssef portraitiert. Ab dem Jahr 2002 ergingen die Portraits wieder vermehrt an heimische Vertreter wie Fritz Novotny, Alegre Correa, Peter Herbert und Timna Brauer (der US-Amerikaner Bennie Golson sei der Vollständigkeit auch noch erwähnt). 2003 erhielten Thomas Gansch und Joe Zawinul eine dreitägige Personale (ein halbes Jahrhundert nachdem er in der Riemergasse 11 regelmäßig mit Friedrich Gulda auftrat!!). 2004 war der Pianist Richie Beirach mit unterschiedlichen Besetzungen zu Gast. 2005 erhielt der mit dem „Amadeus“ ausgezeichnete Schlagzeuger und Produzent Alex Deutsch sein Portrait. Die Saison 2006/07 begann mit einem Portrait des österreichischen Komponisten/Trompeters Michael Mantler, der unter seinem Namen in seiner Geburtsstadt erstmalig auftrat. Ein Jahr später wurde der Bassist Jamaaladeen Tacuma mit einem dreitägigen Projekt beauftragt. Hannes Löschel realisierte im Dezember 2007 sein Portrait. Im Mai 2008 gestalteten der Komponist und Perkussionist Christian Mühlbacher und der aus Serbien stammende Bassist Nenad Vasilic jeweils eine dreitägige Personale. Im Dezember 2009 erhielt der Komponist, Schlagzeuger und Labelbetreiber Uli Soyka diesen Auftrag.  2010 werden der in Wien lebende amerikanische Komponist und Posaunist Ed Neumeister und der Pianist, Elektroniker und Labelchef Paul Urbanek portraitiert, 2011 die österreichische Legende und der letzte noch lebende Musiker der „Austrian All Stars“, Hans Salomon, sowie der aus aus Deutschland stammende Pianist und Komponist Georg Graewe. Im September 2012 gestaltete der Trompeter Franz Hautzinger erstmals eine viertägige Personale, die ihn auch als Zeichner vorstellte. Der Gitarrist Karl Ritter hatte im Dezember 2013 sein Portrait. Der schwedische Multiinstrumentalist Mats Gustafsson wurde im Oktober 2014 portraitiert, der teilweise in Wien lebende us-amerikanische Gitarrist James Blood Ulmer im Januar 2015 und Franz Koglmann bekam dieses Podium im April des Jahres. Im Januar 2016 lud der Schlagzeuger und Komponist Wolfgang Reisinger musikalische Freunde wie Dave Liebman zu einem dreitägigen Stelldichein. 2017 erhielten Stefan Sterzinger und Zipflo Weinrich ihr Portrait und im Dezember der Leiter des Vienna Art Orchestra und Gründungsvater des Porgy & Bess mathias rüegg.

 

Länderschwerpunkte

Nach dem Modell von „Good News From Russia“, einem im Jänner 1998 stattgefundenen Festival mit Musikern aus der ehemaligen Sowjetunion, soll jährlich ein Länderschwerpunkt organisiert werden, der die hierzulande weniger beachteten Musikszenen von Staaten wie Finnland, Griechenland oder Albanien, sowie und anderer „weißer Flecken“ auf der Jazzlandkarte näher beleuchtet. 2002 wurden unter dem Titel „Step across the border“ vielfältige Facetten der Musikszene Kroatiens und Polens präsentiert, 2004 jene von Rumänien und Serbien-Montenegro und 2005 war Bulgarien und Ungarn Thema von „Step across the border“. 2006 wurde ein einwöchiges Festival mit dem Titel „Gipsy World – Music & More“ realisiert, eine Präsentation der Musik eines Volkes, das kein Land hat (Im April 2010 gibt es übrigens eine 2.Auflage). Weiters gab es 06 einen dreitägigen Schweiz-Schwerpunkt mit dem Titel „Swiss Kiss“ mit insgesamt sechs Formationen. Bereits zum 3. Mal gab es im Juni 2010 den Schwerpunkt „Began in Africa“. Zum 4. Male präsentierten wir im Oktober 2010 unter dem Titel hotROMania in Zusammenarbeit mit dem Rumänischen Kulturinstitut (RKI) und dem RadioKulturhaus (RKH) einen kleinen, feinen Schwerpunkt rumänischen Jazzschaffens. Ebenfalls im Oktober fand „Step across the border: Macedonia“ statt und im Jänner 2010 eröffneten wir sprichwörtlich Istanbul als europäische Kulturhauptstadt mit einem 9tägigen Festival. Im Januar 2011 lautet das Thema „Step across the border: Czech & Slovakia“. 2011 fand ein neuer länderübergreifender Schwerpunkt statt, der sich der Mittelmeer-Region widmete und unter dem Thema „Mare nostrum“ firmierte. 2012 wurde ein Brasilien-Schwerpunkt mit Musikern wie Egberto Gismonti, Nana Vasconcelos, Hamilton de Holanda, Cristina Braga, Jorge Antunes ... realisiert. Im Mai 2014 fand unter dem Titel „Sons of Toots – Jazz from Flanders & Brussels“ ein dreitägiger Schwerpunkt mit belgischen Musikern wie Philip Catherine, Robin Verheyen, Bert Joris statt. 2016 fand ein dreitägiges Festival mit dem Titel „Echoes From Armenia“ statt – aus Anlass des 100. Jahrestages des armenischen Genozids. 2018/19 soll der „Step across the border“-Zyklus mit Albanien und Griechenland abgeschlossen werden.

 

Die Strenge Kammer

„Die Strenge Kammer im P&B“ wurde im Oktober 2011 eröffnet. Die Idee dahinter war die Schaffung einer zweiten Bühne für Konzerte, die sich in dieser Form auf der „Mainstage“ nicht (mehr) ausgehen. Dieser Raum stand zur Verfügung, nachdem die Vorverkaufstelle dort aufgelassen wurde (und sich nun viel attraktiver dort befindet, wo man sie auch von der Straße aus sehen kann). Dieser neu gewonnene Raum wurde akustisch adaptiert und fungiert als multifunktionaler Ort für musikalische Experimente, Lesungen, Ausstellungen und Diskussionsforen. Teilweise kuratiert werden dort Konzerte udgl. veranstaltet, die um 19 Uhr beginnen und längstens bis 20 Uhr dauern. Kleine, feine, avancierte, sperrige, avantgardistische, leise, intime, ungewöhnliche... jedenfalls strenge Konzerte werden dort abgehalten. Ein relativ offenes Podium mit einigen Programmschienen und einem ausgeprägten Hang zu Flexibilität und Improvisation, für bis zu 70 Hörer mit offenen Ohren. Inhaltlich gibt es eine alles umschließende Klammer... nur Musik abseits des Mainstreams wird dort zu hören sein. Eintritt wird verlangt und zwar soviel, wie jemanden das Konzert wert ist. „Pay as you wish“ lautet die Devise. Neben Einzelkonzerten, die das P&B programmiert, gibt es drei kuratierte Schienen: Jeden Montag heißt das Motto „Lost & Found“ und wird von Renald Deppe (der übrigens 1993 das P&B mitbegründet hat) kuratiert, mittwochs „turn the corner!“ kuratierte vom Team um den Gitarristen Michael Bruckner-Weinhuber und einmal im Monat „Melomaniac Corner“ in Zusammenarbeit mit dem Polnischen Institut Wien. Die Strenge Kammer etablierte sich in kürzester Zeit zu einem „Hotspot“ jungen kreativen Kunstschaffens...

 

Stageband

Über einen Zeitraum von sechs Monaten soll einer heimischen Formation einmal pro Monat die Möglichkeit geboten werden, die unterschiedlichsten Facetten ihres Repertoires vorzustellen, Experimente einzugehen, Konzepte umzusetzen und verschiedenste Ideen auszuprobieren. Bisherige Stagebands im Porgy & Bess waren das Upper Austrian Jazz-orchestra, TON.ART, die Nouvelle Cuisine Big Band, Vienna Art Orchestra und das Concert Jazz Orchestra Vienna. 2001/02 war Gansch’n’Roses Stageband, 2002/03 das Takon Orchester, ab Mitte 03 war die Jazz Big Band Graz Stageband des P&B. Max Nagl erhielt im Jahr 2004 dieses Podium. Ab der 2. Jahreshälfte ging die Stageband an das Ed Partyka / Flip Philipp Dectet. 2006 war die Night Club Band um Karl Ratzer für das ganze Jahr Stageband. Bis zum Juni 07 war die ausgezeichnete Bigband um Robert Bachner an der Reihe, ab September war es das Septett um Oliver Kent und Uli Langthaler. Bis Ende des Jahres 2008 gastierte die Formation „Studio Dan“ rund um den Komponisten und Posaunisten Daniel Riegler als Stageband, gefolgt von der Formation „Velvet Elevator“ um den Komponisten und Posaunisten Martin Ptak. 2010 erweiterte sich das Trio „Kollegium Kalksburg“ zu einem Klangkombinat und ab Januar 2011 wurde das Kollektiv um den jungen Komponisten und Saxophonisten Gerd Hermann Ortler zur Stageband, abgelöst vom Ausnahmetalent Vincent Pongracz, der ab Oktober 2012 dieses Forum bekommt. Ab Herbst 2013 übernimmt das Markus Geiselhart Orchestra. Ab Herbst 2014 ist das Projekt mit den Strottern und der Jazzwerkstatt Wien als Stageband engagiert. Im Herbst 2015 übernahm Barbara Bruckmüller mit ihrer Bigband dieses Podium. Von Dezember 2016 bis Juni 2017 erhielt der Bassist Lukas Kranzlbinder mit dem Projekt „Shake Stew“ die Stageband bis zur und realisierte mit großem Erfolg insgesamt sechs Abende. Die Bassistin Gina Schwarz wird ab Herbst 2017 mit ihrem Kollektiv „Pannonica Project“ unterschiedliche Musikerinnen der europäischen Jazzszene einladen. Ab September 2018 wird der in Wien lebende Pianist und Komponist Georg Graewe seine Stageband-Formation präsentieren.

 

P&B goes NY

Seit mehreren Jahren organisiert das Austrian Cultural Forum (ACF) mit unterschiedlichen Partnern jährlich eine Konzertserie mit österreichischen Musikern in NYC. Zur Realisierung wurde dem ACF ein Budget zur Verfügung gestellt, dass zwar wie zumeist in solchen Fällen recht niedrig war, mit dem man aber durchaus arbeiten konnte. So sollte es auch 2009 sein. Allerdings wurde dieses Geld dem österreichischen Kulturinstitut mit dem Verweis auf die globale Krise kurzfristig zur Gänze gestrichen. Gemeinsam mit dem in NY lebenden Tiroler Trompeter Franz Hackl und seinem „Outreach Festival“ organisierte das P&B im Oktober 2009 Konzerte österreichischer Musiker im ACF, im Jazz Standard und im Joe’s Pub und kam auch für die Finanzierung auf, womit diese bereits eingeführte Konzertserie „gerettet“ werden konnte. Auch zukünftig wird das P&B für das Programm mitverantwortlich sein und ist somit auch „marketingtechnisch“ in der Welthauptstadt des Jazz präsent.

 

Städteschwerpunkte

Nach den Städteschwerpunkten „Paris meets Vienna“ (1994), „London meets Vienna“ (1995) und „x-tract CHICAGO“ (2001), zu denen herausragende Musiker dieser Metropolen eingeladen wurden, um mit österreichischen Musikern zu arbeiten, ist für die kommenden Saisonen unter anderem geplant, Kapitalen wie Berlin, Köln, Rom, Tokyo ... in Wien ein Forum für musikalischen Meinungsaustausch anzubieten.

 

Beyond The URAL

„Behind The Ural“ lautete der Titel einer Kooperation von Porgy & Bess, Szene Wien und Wiener Konzerthaus. Präsentiert wurden unterschiedliche Ensembles aus dem asiatischen Teil der ehemaligen Sowjetunion. Aufgrund des großen medialen Echos und der breiten Publik-umsakzeptanz soll diese Konzertreihe fortgesetzt werden.

 

A Tribute to

Die Idee des Tribute to ist die Interpretation von jazzhistorisch relevanten Einspielungen durch verschiedene heimische Formationen. So dienten in der Vergangenheit Schallplatten von Miles Davis, Duke Ellington, Ornette Coleman, Thelonious Monk, Charles Lloyd, Jimmy Giuffre, Steve Coleman, Frank Sinatra, Dave Holland, Herbie Hancock, Joe Zawinul, Antonio Carlos Jobim, Carmen McRae, John Zorn, Sonny Rollins, Eric Dolphy, George Gershwin, John Coltrane ... als Vorlagen. Geplant sind Tributes to Charlie Parker, Louis Armstrong, Cannonball Adderley, Lennie Tristano, Lester Young, Billie Holiday, Ella Fitzgerald, Lester Young, Gil Evans uvm.

 

Music in the spoken word

Unter diesem Titel wurde 2003 ein dreitägiger Schwerpunkt an der Schnittstelle Literatur-Musik u.a. mit Projekten von Doug Hammond, Franzobel, Christian Qualtinger, Hansi Lang ... veranstaltet. Im Februar 2011 erfolgte die 2.Auflage u.a. mit Gerhard Rühm, Erwin Steinhauer, Thomas Declaude ... In Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus, der Schule für Dichtung und der Alten Schmiede ist eine Fortsetzung dieser Serie angedacht.

 

Wortspiele Wien

2017 fand bereits zum dreizehnten Mal das in München gegründete internationale Literaturfestival Wortspiele auch in Wien statt. Die interessantesten Aspekte innerhalb der großen Bandbreite der neuen, jungen Literatur stehen im Mittelpunkt der Wortspiele. Spannende Debüts und Neuvorstellungen erwarten die Besucher der beiden Festivals. Unter den eingeladenen Schriftstellern finden sich sowohl bereits arrivierte Größen als auch solche, die gerade mit ihren ersten Büchern hervorgetreten. Das Festival wird von Johan de Blank in Zusammenarbeit mit Porgy & Bess und der Literaturzeitung Volltext organisiert und von den Verlagen der Autoren, der Dokumentationsstelle für ost- und mitteleuropäische Literatur und von der schule für dichtung unterstützt. Im März 2018 wird die vierzehnte Auflage realisiert.

 

Fast Forward

Produktionen zwischen den Welten, jenseits scheinbar festgeschriebener Grenzen. Fast Forward. 20:21 lässt schematische Sparten- und Genre-Schubladisierungen hinter sich und lotet mit federführenden Zeitgenossen akustische und auch visuelle Freiräume für die Zukunft aus. Diese Reihe ist eine Kooperation mit der Jeunesse.

 

Jazz & beyond

Jazz & beyond entführt Sie auch in der kommenden Saison in musikalische Universen der besonderen Art: Formationen aus den USA, Japan, aus Finnland, Holland und auch Österreich erwarten Sie ebenso wie Individualklangkosmen, international akklamierte MusikerInnen ebenso wie Rising Stars, die bereits kräftig von sich hören machen. Diese Reihe ist eine Kooperation mit der Jeunesse.

 

All that Jazz

Von Solo über klassische Jazzquartettbesetzung bis hin zur Big Band: Mit All that Jazz bietet die Jeunesse Freunden des Jazz wie auch neugierigen Quereinsteigern wieder einen bunten Mix aus aktuellen und gleichfalls zeitlosen Jazzproduktionen. Hautnah erleben können Sie die Musiker aber nicht nur im dafür idealen Ambiente des Porgy & Bess, sondern auch bei den Künstlergesprächen vor jedem Konzert.

 

Carte Blanche

Der tunesische Oudspieler und Sänger Dhafer Youssef erhielt 1997/98 die Carte Blanche, um an einem Abend pro Monat seine Vorstellungen von ethnischer Musik unter dem Titel „Foreign Affairs“ zu präsentieren. Eingeladen wurden Musiker wie Arto Tuncbojacian, Iva Bittova, Tom Cora, Paolo Fresu, Zoltan Lantos, Christian und Wolfgang Muthspiel, Arkadij Shilkloper, Renaud Garcia Fons, Carlo Rizzo, Peter Herbert, Jamey Haddad, Markus Stockhausen, Nguyên Lê, Hélène Labarrière, Lee Kwang Soo und Deepak Ram. 2001 wechselte diese „Karte“ zu Martin Stepanik, der unter dem Titel „A Lovely Affair“ einmal monatlich die Pforten seines „Pop-experimentier-Labors“ öffnete. 2002 gestaltete Harry Sokal einen dreiteiligen Zyklus mit dem Titel „Australien Affairs“ mit Musikern wie Peter O’Mara, Adrian Mears und Andrew McNaughton. Die „Carte Blanche“ wird in unregelmäßigen Abständen vergeben.

 

Zyklus Asyl

Im Mittelpunkt dieses Zyklus werden Kompositionen der 80er und 90er Jahre sowie Uraufführungen von österreichischen Komponisten und von Komponisten vorwiegend aus dem osteuropäischen und südosteuropäischen Raum sowie gelegentlich aus Nordafrika und Asien stehen. Der Zyklusname „Asyl“ will darauf hinwiesen, dass vor allem Musik abseits vom Mainstream der zeitgenössischen Musik die Möglichkeit zur Darstellung gegeben werden soll. Im Austausch zwischen österreichischen und gastierenden Komponisten/Musikern soll ein weiter, vielschichtiger Kulturraum musikalisch wiedereröffnet werden, der eine reiche und interessante Geschichte aufweist. Zwischendurch werden zur musikalischen Moderne Schlüsselwerke des 20. Jahrhunderts eingebaut (u.a. von Bartok, Schostakowitsch und Schnittke). Dieser Zyklus wurde von Rainer Lepuschitz konzipiert und wird unregelmäßig durchgeführt.

 

The Spot Is On

Diese regelmäßig stattfindende Programmschiene rückt die junge Szene der Unter-25jährigen ins Rampenlicht. In der Saison 1996/97 waren dies: Alexander Machacek, Reinhard Micko, Lorenz Raab, Frank Schwinn und Walter Fischbacher. 97/98 kamen Musiker wie Manfred Paul Weinberger, Gerald Gradwohl, Klaus Gesing, Albert Mair, Geri Schuller, Christian und Robert Bachner, Agnes Heginger, Karl Mayr, Christian Weber, Michael Kneihs, Primus Sitter, Heli Schönleitner, Sabina Hank sowie die Formationen Bichozwei, Fe/Male und Nox zum Zug. Diese Serie wird von unterschiedlichen Musikpädagogen kuratiert. 1997/98 war dies Heinrich von Kalnein, der unter dem Titel „New Cats On The Block“ seine Vorstellungen umgesetzt hat, 2001/02 programmierte Elfie Aichinger diese Reihe. Das P&B versteht sich auch zukünftig als Förderer der jungen heimischen Jazzszene. Seit 2005 wird beispielsweise dem Kollektiv „JazzWerkstatt Wien“ ein mehrtägiges Festival gewidmet.

 

A-Trane/Berlin, Moods/Zürich, Jazzit/Salzburg, Unterfahrt/München, Babylon/Istanbul... presents

Die Jazzclubs A-Trane in Berlin und Moods in Zürich werden in regelmäßigen Abständen eine herausragende Formation „ihrer“ Szene nach Wien entsenden und das Porgy & Bess im Austausch eine aufregende heimische Formation in den jeweiligen Club schicken. Mit dem Jazzit in Salzburg und der Unterfahrt in München passiert ein ähnlicher Austausch. Neu hinzugekommen ist anlässlich des Türkei-Schwerpunktes im Januar 2010 eine Kooperation mit dem Babylon in Istanbul, ein Club in Taksim, der am ehesten mit der Programmpolitik des P&B vergleichbar ist.

 

Wild But Heart – Kupferblum frühstückt

Der Regisseur, Clown und Autor Markus Kupferblum lädt einmal im Monat im Porgy & Bess zum Frühstück. Gemeinsam mit einem Gast räsoniert er über Aktuelles und Vergessenes, Zukünftiges und Utopisches, Serviert wird Kaffee, Tee, Nahrung, Literatur, Gedanken und Musik.

 

Imaginary Roots

„Imaginary Roots“ ist der Versuch, dem europäischen Jazz zu jenem Stellenwert und jener Anerkennung zu verhelfen, die ihm zusteht. Der erste Schritt in diese Richtung wurde mit dem Clubfestival „Imaginary Roots“ gesetzt, das im Dezember 1995 stattfand. Erstmalig wurde eine aktive Kooperation von sieben Jazzclubs verschiedener europäischer Städte (Köln, Amsterdam, Paris, Kopenhagen, Genf, Zürich und Wien) realisiert, mit dem Ziel, die jeweilige eigene Infrastruktur für unterschiedliche europäische Formationen zur Verfügung zu stellen und ein organisiertes Podium für die mannigfaltigen Ausprägungen eben dieser Szene zu bieten. Diese Idee soll ausgebaut werden, wobei in Zukunft Jazzclubs ehemaliger Ost-blockstaaten wie Ungarn oder Tschechien einbezogen werden.

 

Polka Nova

Neue Volksmusik? Volxmusik? Weltmusik? Cross-over? Keiner der bemühten Begriffe beschreibt die seit den frühen 80er Jahren stetig wachsende und sich verzweigende Musik regionalen Charakters. Und es fällt schwer all die verschiedenen Protagonisten unter einen Hut zu bringen. Ahnherren, wie z.B. Roland Neuwirth oder die Biermösl Blosn, denen ein frecher Umgang mit der traditionellen Volksmusik durchaus am Herzen liegt, werden ihre Musik nicht mit „neuer Volksmusik“ schubladisieren wollen, sondern verstehen sich als Musiker, die mit dem notwendigen künstlerischen Eigensinn das machen, was ihnen richtig erscheint. Eine lebendige Musik wird stetig weiterentwickelt, und ist immer neu. Diese „neue Welle“ ist vielleicht etwas mit Verzögerung in Österreich entstanden, betrachtet man die „Folkmusic“ international, und vielleicht als Gegenstimme zu Musikantenstadl (1981) und Grand-Prix der Volksmusik (1986), erhält aber immer wieder eine Frischzellenkur durch junge Musiker, die sich in diesem Genre zu Hause fühlen. Es keimte die Lust bei Musikern und Publikum dem Sprachverlust, dem Verschwinden des Dialekts entgegenzuwirken, den die mediale Vermarktung der „volkstümlichen Musik“ mit Klischees, Texten mit leichter Dialektfärbung, heile Welt und Schunkeln verursacht hat. „Pop“ sei doch längst die „Volksmusik der westlichen Zivilisation“ geworden, so David Bowie in einem „Spiegel“- Interview. Und auch mich überkamen bei „Honky Tonk Women“, letztens gesendet von Radio Niederösterreich, heimatliche Gefühle. (Heinz Ditsch)

 

Workshops

Das Porgy & Bess versteht sich auch als eine Werkstattbühne, auf der unter Anleitung erfahrener Musiker für die interessierte Szene Experimente ermöglicht, Erfahrungen ausgetauscht, Konzepte entworfen - und auch wieder verworfen - werden können.

2005 gab es bspw. einen dreitägigen Kontrabass-Workshop mit Musikern wie Miroslav Vitous, Wayne Darling, Nils Henning Orsted Pedersen und Rufus Reid in Zusammenarbeit mit dem Saitenhersteller Thomastik-Infeld. 2007 hielt der Sänger Kevin Mahagony einen Workshop ab. Im 2008 gab es wieder im Rahmen von „Bass Encounters“ u.a. Workshops mit Eddie Gomez, Renaud Garcia Fons und Avishai Cohen. Das VMI (Vienna Music Institute) organisiert im November 2017 einen Workshop mit dem Schlagzeuger Simon Phillips. In Zusammenarbeit mit der Jazzabteilung der Universität Wien bzw. des Konservatoriums Privatuniversität Wien werden auch zukünftig unterschiedliche Workshops angeboten werden.

 

The Joy Of Noise

Experimentelle Musik im Spannungsfeld von Chaos und Ordnung, von Lärm und Harmonie, von Improvisation und Komposition ist Schwerpunkt dieser Reihe, die sich keinen Strömungen verschließt und Projekte aus dem Bereich Underground, Techno, Rock und zeitgenössischer improvisierter Musik zum Inhalt hat.

 

NightLine

NightLine soll ein Forum für bis dato nicht bekannte heimische und europäische Formationen bieten, mit der Idee, dass nach dem „Hauptkonzert“ sich das Publikum noch mit für Sie unbekannten Musikern auseinandersetzt. Die NightLine ist ganz allgemein ein genreübergreifendes Betätigungsfeld mit der Absicht, bisher weniger reflektierte Szenen näher zu beleuchten.

 

Jazz For Kids

Auch Jazzmusiker haben Kinder, die mitunter inspirierend auf das musikalische Schaffen der Eltern wirken. Was liegt also näher, als einen Schwerpunkt mit dem Arbeitstitel „Jazz For Kids“ als Sonntagsmatinee zu etablieren. Musiker wie Franz Hautzinger, Christian Muthspiel, Christoph Cech, Timna Brauer oder Elfie Aichinger werden kindgerechtes Tonmaterial präsentieren, das auch für Erwachsene Interessantes in sich birgt. Zukünftig ist auch die Gründung eines „P&B Kinderorchesters“ angedacht.

 

Kindertheater

In Kooperation mit dem Kindertheater Heuschreck präsentiert das P&B mehrere Samstag- und Sonntagmatineen für Kinder und Jugendliche. Gemeinsam mit dem Verein „Die Kreativen“ wurden unterschiedliche Kindermusicals realisiert. Das „Carousel Theater“ um den Komponisten und Pianisten Walter Baco zeigte die Produktion „Dr. Piccolo“. 2010 wurde „Naima“, ein Kindermusical von Stella Jones, aufgeführt. Der Bassist und Kinderbuchautor Oliver Steger führt kontinuierlich seine neuen Arbeiten live im P&B auf, genauso wie die Formation Studio Dan um Daniel Riegler. Im Dezember 2017 wird die Pianistin und Arrangeurin Barbara Bruckmüller ihr Kinderliedprojekt mit dem Titel „Wenn die Wanzen mit der Oma tanzen“ zur Aufführung bringen.

 

Family Clan

Ein weiteres Spezifikum der heimischen Musikszene ist die Existenz sog. Musikerfamilien. Die „Clans“ um Gulda, Küblböck, Schwertsik/Stemberger, Micko/Soyka, Ratzer/Stojka, Derschmidt, Brauer etc. sollen in unterschiedlichsten Kontexten möglichst friedfertig gemeinsam musizieren. 2014 präsentierten die Gebrüder Christian, Gerhard und Wolfgang Muthspiel jeweils ihre eigenen Projekte.

 

Midnight Special

Die mitternächtlichen Stunden am Samstag gehören der Soul-, Funk-, Blues- und Pop-Szene. Außerdem soll der Wiener Elektronikszene ein Forum geboten werden.

 

Room to move

Die Improvisation ist wie die Gruppenarbeit (teamwork!) ein Hauptkennzeichen des zeitgenössischen Tanzes. Hier ergeben sich zwei Gemeinsamkeiten mit der sogenannten Improvisierten Musik. Bezieht sich die Gruppenarbeit auf die gemeinschaftliche Schaffung von Bewegungsmaterial, so kommen auf Grund der für Tänzer relativ kleinen Bühne ausnahmslos Soli zu Aufführung. Dass Österreich kein Land der Schuhplattler ist, und die Tanzszene von Jahr zu Jahr reift und international immer mehr Anerkennung findet, ist kein Geheimnis mehr. Room to move lädt Choreographen, Choreographinnen, Tänzer, Tänzerinnen und Musiker ein, „im Porgy & Bess zu präsentieren. 2008 wurde gemeinsam mit Dans.Kias eine Solo-Performance von Saskia Hölbling realisiert. Kooperiert wird mit Impulstanz und dem Wiener Tanzquartier.

 

Diverse Themenschwerpunkte

Darüberhinaus gab es in den letzten Jahren diverseste Themenschwerpunkte wie „Wir Jazz-Wunderkinder“, „Tribute to Werner Pirchner“, „Three to Tango“, „P&B goes Croatia“, „Different Voices & Other Noises“, „Don’t explain“, „AEIOU“, „Balkan Fever“, „Salam-Orient“, „Akkordeonfestival“, „KlezMore Festival“, „Wean Hean“, „Mund.Art.Wien“, „Nova Jazz & Blues Nights“, „Blue Bird ­– Singer/Songwriter Festival“  ... Zukünftig wird es – wie in der Vergangenheit auch – weitere spezifische Themenschwerpunkte geben.

 

Sonstiges

Neben den bereits erwähnten europäischen Jazzclubs ist die Kooperation mit Initiativen wie Jazzhouse/Kopenhagen, Stadtgarten/Köln, AMR/Genf, Bimhuis/Amsterdam, Moods/Zürich, A-Trane/Berlin, Unterfahrt/München, Babylon/Istanbul, A38/Budapest ... und die Intensivierung der Zusammenarbeit mit ausgewählten österreichischen Initiativen (Jazzatelier Ulrichsberg, Jazzkartell Graz, Schl8hof/Wels, Jazzit/Salzburg ...) geplant. Mit folgenden nationalen Institutionen/Veranstaltern gab/gibt es Kooperationen: Konzerthaus Wien, Wien Modern, Jeunesse musicale, ÖKS, ÖKB, IGNM, Jazzfest Wien, mica, Alte Schmiede, Schule für Dichtung, Tanzquartier Wien, ImPulsTanz, Szene Wien, IG Freie Theaterarbeit, Schauspielhaus Wien, Akkordeonfestival, Wiener Volksliedwerk, div. Internationale Kulturinstitute ...

Die allgemeine Idee liegt in der künstlerischen Öffnung des P&B hin zu einer Kulturstätte, die kreatives jetztzeitiges Musik- und Kunstschaffen im weitesten Sinne in einer hochwertigen Infrastruktur ermöglicht. Neben Film- (immerhin handelt es sich beim „Rondell" um ein ehemaliges Kino), Tanz- und Performanceaufführungen, Schul- und Lehrlingsprojekten und Workshops ist auch an multimediale Schwerpunktsetzungen gedacht. Monatlich wechselnde Ausstellungen stellen bildende Künstler und Fotographen mit ihren aktuellen Arbeiten vor.

Das Porgy & Bess präsentiert darüber hinaus – wie schon in den Jahren davor – die junge amerikanische und europäische Avantgarde- und Jazzszene, die in Wien andernorts kein Auftrittspodium hat, und garantiert damit einen Überblick über aktuelle Strömungen und Tendenzen des zeitgenössischen Jazz.

 

Epilog

„Wien, du hast es besser. Das Porgy & Bess ist einer der Gründe, warum ich aus Hamburg einigermaßen neidisch an die Donau blicke: ein Jazzclub mit einem Programm, das improvisierte Musik von den populären bis zu den esoterischen Spielarten umfasst (und mehr!); ein Jazzclub mit Stil, in den man gerne geht, ohne für den Musikgenuss sogleich durch ein muffiges Ambiente bestraft zu werden; ein Jazzclub von Weltformat, in dem aber dennoch die Musik die erste Geige spielt und nicht die Gastronomie. Wo gäbe es das sonst? In Hamburg sicher nicht. Und wenn mir wieder trübe Gedanken über die Gesundheit der guten alten Dame Jazz kommen, genügt meist ein Blick ins P&B-Programm, um mich beruhigen: Jazz is alive and well. Zumindest in der Riemergasse im 1. Bezirk Wiens.“ (Peter Niklas Wilson)