So 6. Dezember 2020
20:30

konrad BAYER & BAUER wolfgang (A)

Konrad Bayer Chansons und kosmisches Geknalle – Ein Konzert und eine Hommage an Bayers Sprachkunst und Stil
Paul Skrepek: Komposition, Kontragitarre, Gesang
Johanna Orsini-Rosenberg: Stimme
Emily Stewart: Violine
Marie Orsini-Rosenberg: Violoncello
Video von Angela Christlieb

Bauer to the people!
Wolfgang Bauer, Helmut Bohatsch & LSZ
Helmut Bohatsch: Stimme, Gesang
Hannes Löschel: E-Piano, Hammond, Komposition
Paul Skrepek: Schlagzeug, Komposition
Martin Zrost: Bass, Saxophon, Komposition

Wir stellen ab ca. 20h auf "Now Live" und dann öffnet sich automatisch ein Fenster, wo Sie via Vimeo kostenlos und ohne irgendeine Registrierung das Konzert miterleben können. Wir ersuchen Sie aber, dieses Projekt über "Pay as you wish" zu unterstützen. Vielen Dank & Willkommen im virtuellen Club!

We switch over to "Now Live" from about 8 pm and then a window opens automatically, where you can watch the concert free of charge and without any registration via Vimeo. If you want, you can support this project with "Pay as you wish". Thank you & welcome to the (virtual) club!

Was haben Konrad Bayer und Wolfgang Bauer gemeinsam? Beide Schriftsteller verfassten experimentelle Texte, in denen sich widerständiges Denken und subversiver Humor, genaue Beobachtung und originelle Bilder, ungewöhnliche Assoziationen und hohe Sprachkunst miteinander verbinden. Beide hatten keinerlei Scheu davor, sich auf andere Bewusstseinsebenen zu begeben, ihre kompromisslosen Texte entstanden aus einem exzessiven Lebensstil.

Konrad Bayer (1932–1964), Wiener Dandy, literarischer Aktionist und intellektueller Provokateur, mischte mit seinen Freunden H.C. Artmann, Gerhard Rühm, Friedrich Achleitner und Oswald Wiener – unter dem Namen „Wiener Gruppe“ in die internationale Literaturgeschichte eingegangen – den kulturellen Mief der Nachkriegszeit auf.

Wolfgang Bauer (1941–2005), irritierender Jungdramatikerstar aus Graz mit internationalen Aufführungserfolgen, attackierte die bürgerliche Saturiertheit und kleinbürgerliche Engstirnigkeit und unterminierte den Wertekonservativismus der 1960er Jahre. Um ihn und Gunter Falk formierte sich die „Grazer Gruppe“, die ebenfalls Sprache und Wort-Laut in das Zentrum ihres Schreibens stellte.

Genau diese Eigenschaften macht sich das vorliegende literarische Musikprogramm zunutze:
Konrad Bayers Chansons erhalten durch Paul Skrepeks Vertonung einen musikalischen Ausdruck, der seinen Lebensreigen von Paris bis Schloss Hagenberg, vom poetischen Purismus bis zum rotzigen Rock nachzuzeichnen vermag. Das Melancholische, Phantastische, aber auch Humorvolle und Rauschhafte seiner Texte – hier in einer feinen Auswahl der eindrücklichsten Stellen – werden zelebriert, auf dass sich die Schwerkraft aufheben möge. Johanna Orsini-Rosenberg und Paul Skrepek, begleitet von Emily Stewart und Marie Orsini-Rosenberg, eröffnen den Zugang zur Nachtwelt des experimentellen Undergrounds. – „Weil die Welt muss fantastisch sein, weil sie ist dann besser…“ Konrad Bayer

Wolfgang Bauers Gedichte, bislang zu wenig beachtet, sind brachialmelancholisch und von treibendem Pathos und treten mit den Arrangements des Trios LSZ (Hannes Löschel/Paul Skrepek/Martin Zrost) in einen energiegeladenen Dialog. Absurde Mikrodramen treffen auf Free Jazz, und aus ironischen Poemen erstehen eingängige Lieder – in der gesanglichen Interpretation von Helmut Bohatsch. Im Ambiente der HAPPY ART & ATTITUDE tut sich eine Welt des Glamrockjazz auf, falls es so etwas überhaupt gibt, falls nicht, so wurde sie mit diesem Programm erfolgreich erfunden.