Michael Mantler 'One Chamber Symphony and more' (A/GB/AUS)
Michael Mantler: trumpet
Christoph Cech: conductor
Gareth Davis: bass clarinet
Joanna Lewis: violin
Anne Harvey-Nagl: violin
Anna Magdalena Siakala: viola
Asja Valcic: cello
Maximilian Kanzler: vibraphone
Davd Helbock: piano
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Angesichts der katastrophalen wirtschaftlichen Realitäten des heutigen Musikgeschäfts habe ich bei verschiedenen Gelegenheiten erklärt, dass es mir schwerfällt, genügend Begeisterung aufzubringen, um weiterhin neue Musik zu produzieren. Ich habe auch das Gefühl, dass ich mein eigenes musikalisches Universum so weit ausgeschöpft habe, wie es vielleicht wünschenswert oder notwendig ist. Was nicht bedeutet, dass die Musik nicht öfter aufgeführt werden sollte. Es gibt zahlreiche Kompositionen, die nur ein einziges Mal öffentlich präsentiert wurden. Weitere Aufführungen von Original- oder überarbeiteten Fassungen wären sicherlich möglich und interessant – ein Gedanke, der tatsächlich bereits eine Reihe von Projekten hervorgebracht hat, wie beispielsweise "The Jazz Composer’s Orchestra Update" (https://www.mantlermusic.com/Records/Rec_comp/Rec_comp_sgles/jco_update.htm) die "Orchestra Suites" (https://www.mantlermusic.com/Records/Rec_comp/Rec_comp_sgles/coda.htm) und "Sempre Notte" (https://www.mantlermusic.com/Records/Rec_comp/Rec_comp_sgles/sempre_notte.htm) die alle live im Porgy & Bess präsentiert und dort aufgenommen wurde – einem Ort, der bereits seit 2006 (!) die Heimat für die meisten meiner Projekte ist.
Da ich jedoch einfach nicht in der Lage bin, NICHT zu arbeiten, finde ich mich für dieses Konzert erneut mit einer neuen Reihe von „Neuauflagen“ bestehender Kompositionen wieder. Jedes Mal, wenn ich ein altes Werk überdenke, entdecke ich immer Elemente, die durch (manchmal drastische) Überarbeitung und eine andere Orchestrierung „verbessert“ werden können, wodurch eine solche Neuinterpretation im Grunde zu einer ganz neuen Komposition wird. Da ich mich immer als „Orchesterkomponist“ verstanden habe, habe ich mich, bedingt durch wirtschaftliche Einschränkungen, für das entschieden, was ich heute als mein „minimales“ Ensemble bezeichnen würde – eines, das dennoch meinem Kompositionsansatz gerecht werden konnte – eine Gruppe aus (aufgeschlossenen) klassischen wie auch Jazzmusikern, ein Konzept, das die Musik nach wie vor in einem Umfeld verankert, das eindeutig aus dem Jazz stammt.
Programm
Meine "One Symphony" (https://www.mantlermusic.com/Records/Rec_comp/Rec_comp_sgles/song_one%20symphony.htm) wurde vom Frankfurter Rundfunk-Sinfonieorchester in Auftrag gegeben und aufgenommen und ist seit seiner Uraufführung 1998 nicht mehr aufgeführt worden. Das Grundkonzept dahinter war das einer „Sinfonie“ in ihrer elementarsten Form – einfach die Nutzung einer relativ großen Anzahl und Vielfalt von Instrumenten, um musikalisches Material aufzuführen, das so organisiert ist, dass es ein größeres Ganzes mit einer (für mich jedenfalls) logischen Kontinuität bildet. Es gab keinen programmatischen Inhalt oder eine Botschaft, und der neutrale Titel wurde gewählt, um anzudeuten, dass es sich um eine von vielen möglichen Sinfonien handelt. Für dieses Konzert wird es in einer neuen, ziemlich drastisch überarbeiteten Fassung als "One Chamber Symphony" präsentiert.
"Chamber Music Eight" wurde 2012 vom Max Brand Ensemble in Auftrag gegeben und aufgeführt, ebenso wie "Song for Winds" (jetzt unter dem Titel "Après / Intolérance"), eine Instrumentalversion einiger Materialien aus einem damals noch in Arbeit befindlichen Werk, nämlich dem Liederzyklus "Comment C’est" (https://www.mantlermusic.com/Records/Rec_comp/Rec_comp_sgles/comment.htm) der schließlich 2016 (wie üblich im Porgy & Bess) uraufgeführt und aufgenommen wurde. (Michael Mantler)