Mi 5. Oktober 2022
20:30

Jelena Popržan Quartet (SRB/A)

Jelena Popržan: viola, vocals
Christoph Pepe Auer: reeds
Clemens Sainitzer: cello
Lina Neuner: bass

I am happy to present my new project with great musicians and friends! I composed for it music to the poetry of Jewish Viennese poet and Polish resistance fighter Tamar Radzyner (1927–1991), whom I recently discovered through her first book of poetry, published posthumously by Theodor Kramer Gesellschaft in Vienna. The second part of the program consists of my new instrumental pieces, composed exclusively for this line up. (Jelena Popržan)

Wenn eine Musikerin aus Ex-Jugoslawien kommt, wird von ihr ein Repertoire „vom Balkan“ oder mit “osteuropäischen Einflüssen“ erwartet. Jelena Popržan tritt diesen Erwartungen wachsam und ironisch entgegen und hinterfragt die hinter solchen Begriffen lauernden Klischees. Dabei ist ihre Musik nie nur intellektuell, sondern auch glühend und leidenschaftlich. Catch Pop String Strong oder Sormeh hießen Ensembles, in denen Popržan früher spielte und die österreichische Musikszene mit neuen Ideen inspirierte und mitprägte. Das gilt gleichermaßen für aktuelle Besetzungen wie Madame Baheux oder ihr Solo-Programm. Die in Zrenjanin (Vojvodina) Aufgewachsene studierte in Belgrad und Oberschützen Viola. Aber sie spielt nicht nur hervorragend Bratsche (übrigens einen fünfsaitigen Spezialtypus des Instrumentes) mit herrlichem, vielfarbigem Klang, den sie behutsam elektronisch erweitert. Popržan besitzt darüber hinaus auch eine sehr einprägsame und flexible Stimme. Blues und Arbeiterlieder kann sie ebenso überzeugend interpretieren wie Kurt Weill oder Charles Aznavour. In ihrem neuen Programm vertont sie Gedichte der polnischen Widerstandskämpferin Tamara Radzyner und komponiert für ein vielseitiges Ensemble. (Pressetext)