Fr 27. Mai 2022
20:30

Hermeto Pascoal & Grupo (BRA)

Hermeto Pascoal: keyboards, accordion, teapot, bass flute, his skeleton, cup of water etc.
Itiberê Zwarg: bass, percussions
André Marques: piano, flute, percussions
Jota P.: saxophones, flutes
Fábio Pascoal: percussions, stage direction
Ajurinã Zwarg: drums, percussions

Musik ist alles - und alles ist Musik: Das Universum Hermeto Pascoal
Er nennt seine Musik «musica universal», allumfassende Musik, und ist selber ein musikalisches Universum: Hermeto Pascoal, der brasilianische Albino mit dem Rauschebart, der schlicht mit allem und aus allem Musik macht.

Er nennt seine Musik «musica universal», allumfassende Musik, und ist selber ein musikalisches Universum: Hermeto Pascoal, der brasilianische Albino mit dem Rauschebart, der schlicht mit allem Musik macht, was ihm in die Hände kommt: mit sämtlichen Instrumenten, versteht sich, von Saxophon über Klavier bis Akkordeon oder Trompete, aber auch mit Gabel und Messer, mit Flaschen, Teekrügen - und sogar noch beim Baden im Fluss macht Hermeto Pascoal Musik, mit dem Wasser nämlich, oder beim Zahnarzt: mit den Speichelschläuchen.

Authentisch, groovig, beeindruckend, witzig - die Musik von Hermeto Pascoal ist vieles, nur ein Scherz, das ist sie nicht. Hermeto Pascoal hat mit Miles Davis gespielt und für ihn Musik geschrieben, seine Musik gespielt haben auch andere US-amerikanische Jazz-Grössen wie Gil Evans oder John McLaughlin und natürlich unzählige brasilianische Meister. (Jodok Hess, srf.ch)

Miles Davis bezeichnete ihn als einen seiner wichtigsten Einflüsse und Airto Moreira nannte ihn den komplettesten Musiker, den er je getroffen habe: Hermeto Pascoal. Er gehört zu jenen Jazz-Musikern, die mit spielerischer Leichtigkeit alle Richtungen, Epochen und Spielhaltungen kombinieren. Brasilianische Rhythmik, freie Improvisation, visuelle Imagination und externe Geräuschquellen fließen genauso in sein Repertoire wie Populärmusik. Auch mit über 80 Jahren weiß der brasilianische Hexenmeister das Publikum von den Sitzen zu reißen – virtuos, gekonnt, dämonisch. (moods.ch)

Er lässt Wasser in Gießkannen blubbern und singen, zirpt auf Blättern von Gras und Baum. Für Klang und Musik nutzt er alles: Küchenutensilien, Kinderspielzeug - was immer ihm in die Finger kommt. Manche sagen einfach, dass dieser Mensch selbst Musik ist, Klang pur: Hermeto Pascoal, am 22. Juni 1936 in Lago de Canoa geboren, einer kleinen Stadt im nordostbrasilianischen Bundesstaat Alagoas.

Und zu diesem Unikat der Weltmusik passt halt am besten die Improvisationsidee des Jazz, deshalb verehrt ihn gerade diese Szene. Aber Hermeto hat, kennt und akzeptiert keine Grenzen. Im lokalen Radio hat er begonnen, der Perkussionist Airto Moreira stellte ihn Miles Davis vor. Und eigentlich war der Multi-Instrumentalist, der alle Tasten- und Blasinstrumente beherrscht, wie geschaffen für die Weltkarriere.

Aber den Albino mit der Monstermähne hat selbige vermutlich nie interessiert - er blieb lieber Medium, Erfinder und Archivar für alle Formen von Klang. Alles, was klingt, gehört ihm. (ndr.de)