Do 4. Februar 2021
20:30

Susanna Ridler 'Geometrie der Seele – Hommage à Gert Jonke' (A)

TICKETS:

Susanna Ridler: voice, electronics, „artificial orchestra “
Peter Herbert: bass
Wolfgang Puschnig: alto saxophone, flute
Gert Jonke: Texte, Stimme von Tonband (Aufnahmen von 1971-2008)

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CD-Präsentation anlässlich des 75. Geburtstags, den Gert Jonke am 8. Februar 2021 gefeiert hätte

Geometrie der Seele – Musikalische Hommage von Susanna Ridler an den Dichter GERT JONKE (1946-2009)

Auf der CD 'Geometrie der Seele' hat Komponistin und Vokalistin Susanna Ridler dem Dichter Gert Jonke ein persönliches musikalisches Denkmal gesetzt. Die Bandbreite reicht von Jazztrio bis hin zu klassischer Moderne und orchestral anmutender Filmmusik. Ihre Hommage an Gert Jonke, der am 8. Februar 2021 seinen 75. Geburtstag gefeiert hätte, ist damit auch eine Erinnerung an einen großen österreichischen Schriftsteller, dessen Werk nach seinem Tod 2009 zu früh ein Ende fand. Jonkes Werke verdienen neue Aufmerksamkeit, ihr Zauber ist ungebrochen und subtil durchdrungen von Aktualität. "Die CD-Produktion ,Geometrie der Seele‘ ist Ergebnis einer intensiven Auseinandersetzung mit Jonkes Texten. In dem jahrelangen Prozess der Vertonung von teilweise unveröffentlichten und von mir in Jonkes Künstlerzimmer gefundenen literarischen Kostbarkeiten entstanden Kompositionen für unterschiedlichste Besetzungen. Jonkes Texte lösten in mir zudem eine Fülle von stilistisch sehr unterschiedlichen Ideen aus. Es entstanden Stücke für Solostimme ebenso wie für Kammerorchester, Vokaloktett und solche, die ich mit meinen langjährigen Partnern Wolfgang Puschnig und Peter Herbert umsetzte. In einem weiteren Gestaltungsschritt verdichtete ich diese Stücke mittels elektronischer Techniken. Auch unterzog ich die Liveaufnahmen, die mit dem Jazztrio entstanden, einem weiteren kompositorischen Prozess. Ich fügte diesen live teils frei interpretierten Stücken weitere Ebenen hinzu. Ohne Jonkes Texte hätte meine auf der aktuellen CD ,Geometrie der Seele‘ gebündelte Musik nicht zu ihrem Sound und Charakter gefunden. Mehr noch: Ohne die Besuche in Jonkes Künstlerzimmer in der Wiener Stuckgasse wären die Kompositionen nie entstanden. Dort nach unveröffentlichten Texten Jonkes suchen zu dürfen, zählt zu den eindrücklichsten und berührendsten Momenten dieser Arbeit, die mich in Bereiche des Jazz ebenso führte wie in Regionen der zeitgenössischen Moderne. Auch formal ging meine Arbeit weit über kleine Gebilde hinaus und ließ neben Balladen und ,Wort-Ton-Fugen‘, auch Sonaten und die großdimensionierte Tondichtung „Der Sprachkomponist“ entstehen.

Um diese auf der CD festgehaltenen Stücke für das Konzert in Liveform zu überführen, braucht es zusätzlich Reduktion, Verknappung und auch eine Art Öffnung. Es gilt zum einen, den Charakter der Musik durch Integration von Live-Elektronik und „artificial orchestra“ zu erhalten. Zugleich gilt es jedoch auch, Gert Jonkes Stimme (Tonbandaufnahmen von Lesungen und Interviews, 1971 bis 2008) als quasi viertes Instrument live zu etablieren. Und selbstredend der Aspekt der Offenheit: Es sollen Freiräume für jene spontane Ideen geschaffen werden, die sich bei uns (als Trio) in Echtzeit einstellen werden.“ (Susanna Ridler)