Sa 30. Januar 2021
20:30

NAMES (New Art and Music Ensemble Salzburg) (A)

Anna Lindenbaum: violin, viola
Leo Morello: violoncello
Alexander Bauer: e-organ
Philipp Lamprecht: drums
Matthias Leboucher: keyboards, resonierende Oberflächen
Marco Sala: clarinet
Marina Iglesias Gonzalo: flute
Marco Döttlinger: live-electronics

Program

Hannes Kerschbaumer 'archon', 2019 / 15’ - Version für Ensemble, Elektronik und Video
(Kontrabassklarinette, Bassflöte, Viola, Cello, E-Orgel, Klavier, Schlagwerk, Elektronik) und Video
Conny Zenk: Video

Matthias Leboucher 'Soundscope', 2019 / 20’ - für Ensemble, Live-Elektronik und Oszilloskop (Video)
Video: Matthias Leboucher

Marco Döttlinger 'bleeding from my inner ears III', 2019 / 20’ - für Viola und Cello mit Live-Elektronik und Ensemble
Patrik Lechner: Live-Video

NAMES, 2014 als Ensemble für zeitgenössische Musik gegründet, besteht aus 10 Musikern aus sieben europäischen Ländern und hat seine Homebase in Salzburg. Zielsetzung ist es, in Programmen und Konzepten verschiedene Formen zeitgenössischen Kunstschaffens zu verbinden und damit auch den musikalischen Zugang zu bereichern und zu vertiefen. Daher arbeiten sie immer wieder mit verschiedenen Künstlern unterschiedlicher Disziplinen zusammen (Performance, Tanz, bildende Künste, Literatur, …), wobei ein spezieller Fokus auch auf der Integration von Elektronik im Ensembleklang liegt.

Trotz der relativ jungen Geschichte kann NAMES bereits auf zahlreiche Projekte und Konzerte bei nationalen wie internationalen Veranstaltern und Festivals zurückblicken (u.a. Aspekte, Dialoge Festival, Mixtur Barcelona, Druskomanija Lithuania, Crossroads Festival, Daegu Contemporary, Primavera Verona, Schönberg Center Vienna, aDevantgarde Munich). Das Ensemble versteht sich als Kollektiv, das künstlerische wie organisatorische Entscheidungen auf demokratischer Basis trifft. Eine enge Zusammenarbeit pflegt es mit dem SEM - Studio für Elektronische Musik an der Universität Mozarteum.

NAMES verbindet Kammermusik mit überzeugendem handwerklichen Können und sieht sich als experimentelles Laboratorium für alle, die neue Ideen und Klangkunst zu schätzen wissen.

„Sounding Visions“ beschreibt die Idee, Musik und Bild- bzw. Videoarbeiten in ein Gesamtkonzept einzubinden, wobei es darum geht, der Musik jenseits ihrer rein klanglichen Eigenschaften zusätzliche Wirkungsbereiche hinzuzufügen. Die beiden Medien (Bild und Ton) sollen sich dabei durchdringen und unerwartete Erfahrungen ermöglichen. Das Programm besteht aus drei längeren Arbeiten (jeweils Musik und Video). Dabei werden Möglichkeiten, sich hierarchisch mit Video und Musik zu befassen, präsentiert. Scheinbar verbindliche Begriffe wie Experimentalfilm, Visuals, Vertonung, Sounddesign oder Filmmusik werden reflektiert, dies vor allem hinsichtlich einer werkontologischen Perspektive (d.h. was existiert vorher, Bild oder Ton, auf welche Weise befruchten sich Videokünstler und Komponist bzw. vice versa). Ziel des Abends ist es also, künstlerische Möglichkeiten in der üblicherweise hierarchischen Arbeit mit Video und Musik anzusprechen und gemeinsame oder unterschiedliche Aspekte ästhetisch und diskursiv zugänglich zu machen.

Leboucher (Komposition und Video) entwickelt ein Setup, das seine Musik in unmittelbarer Verbindung zu ihrer Visualisierung denkt (er zeigt die visuelle Dimension seiner Klänge in Echtzeit als Visualisierung mittels eines Oszilloskops). Auf diese Weise erfindet er musikalische Gestalten auch aufgrund ihrer visuellen Attraktivität und lässt die Grenzen beider Gestaltungsbereiche verschmelzen (Bild = Ton).

Eine Videoarbeit von Conny Zenk dient wiederum Kerschbaumer als Ausgangspunkt. Seine Musik bezieht sich explizit auf die visuellen Aspekte des Videos (Bild → Ton).

Last but not least dient das Musikstück Döttlingers dem Videokünstler Patrick Lechner als Grundlage, eine visuelle Übersetzung zu gestalten. Eine von Lechner entwickelte Software analysiert das klangliche Geschehen und erlaubt es ihm, sein Video im Aufführungsmoment gemeinsam mit den Musikern zu interpretieren (Ton → Bild). (Ute Pinter)

Eine Veranstaltung von Jeunesse