9. Oktober 2017
Von Christoph Huber

Editorial

November 2017

Ein paar Nachrichten aus dem Inneren – keine Angst, es geht diesmal nicht um das Thema Kulinarik. In diesem Zusammenhang wurde ich nämlich freundschaftlich, aber bestimmt darauf aufmerksam gemacht, dass es sich dabei wohl eher um mein Problem handle, dass ich gefälligst als Chef des Etablissements zu lösen hätte, ohne die Öffentlichkeit damit zu belästigen. Das mag wohl stimmen, aber das Thema hat mich halt beschäftigt, und über etwas anderes zu schreiben, ist mir damals schlicht und einfach nicht eingefallen. Zum Glück gibt es jetzt eine Sache, über die zu schreiben sich lohnt, obwohl es praktisch jeder, der den Club besucht, mit eigenen Ohren hören kann. Wir haben ein neues PA-System (PA steht für Public Address), also um es einfach zu sagen, neue Boxen, die im Prinzip dazu dienen, dass Sie das, was auf der Bühne musikalisch fabriziert wird, auch gut im Raum hören können. Nun hatten wir vorher natürlich auch schon ein ganz ausgezeichnetes Equipment, aber die Technik entwickelt sich unaufhaltsam weiter, und selbstverständlich wollen wir auch bei der Technik wie in allen anderen Bereichen, up to date sein. Ende September wurde ein neues LINA-System eingebaut, mit vierzehn LINA (Line Array), vier 750LFC (Subbässe), zwei UPA1P (Downfills) und acht UM1P (Monitore), um ganz exakt zu sein. Und diese Anlage klingt fantastisch – und zwar ganz egal, ob Sie auf der Galerie oder im Souterrain sitzen. Was auch noch erwähnt werden muss: Diese Anlage in unserem Club ist die einzige in ganz Europa! Bestes Material also für die beste Adresse. Vielen Dank an Meyer Sound, die diese Anlage entwickelt und gebaut haben, an die Firma ATEC, die das Equipment in Österreich vertreibt, an Vienna Sound Vienna Light und Gerhard Gutscher, von denen das P&B seit Anbeginn technisch betreut wird, und natürlich an unseren Chef-Soundmann Ronny Matky, der immer dafür sorgt, dass das P&B gut klingt.

Weil wir gerade beim Bedanken sind: Ein ebensolcher Dank gilt der Firma Paiste, die uns einen kompletten Beckensatz für unser Schlagzeug zur Verfügung gestellt hat, was bei Drummern sehr geschätzt wird. Und bei Thomastik-Infeld, die uns zwar als Sponsor ab 2018 leider verloren gehen, von denen wir aber immer noch als Dauerleihgabe einen Kontrabass zur Verfügung gestellt bekommen, der dereinst im Besitz des ungarischen Meisterbassisten Aladár Pege war und der seit 2001 unsere „Backline“ wesentlich ergänzt. Der große Ron Carter wird ihn übrigens im November zum wiederholten Male bedienen.

Auf ein paar inhaltliche Erweiterungen soll an dieser Stelle aufmerksam gemacht werden: Der umtriebige Theatermann, Autor, Clown, kurz: das Gesamtkunstwerk Markus Kupferblum frühstückt einmal im Monat an einem Sonntag zu Mittag im P&B, lädt dazu unterhaltsame Zeitgenossen ein und räsoniert mit dem Gast über Aktuelles und Vergessenes, Zukünftiges und Utopisches. Im September war dies der Schriftsteller Doron Rabinovici, am 26. November wird es der Tänzer und Choreograph Sebastian Prantl sein. Der Pilot war vielversprechend und kurzweilig, so wird’s auch weitergehen – im P&B lässt es sich also auch spannend frühstücken (sorry, doch wieder was Gastronomisches). Und um die „Aufführungsnot“ zu lindern, gibt’s zukünftig am Sonntag auch immer wieder Konzerte bereits um 17 Uhr. Oliver Lake machte im Februar 2016 den Anfang, sehr erfolgreich übrigens! Christian Muthspiel präsentiert sein Duo mit Steve Swallow am 5. November um diese Zeit, und im Dezember gastiert James Carter (am 3.) und ein Afro-American Gospel Choir am 17.

Viel Programm also... Ich wünsche einen vergnüglichen November

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Oktober 2017

Habemus Catering! Quasi in letzter Sekunde ist es uns also doch noch gelungen, ein cooles neues Gastro-Team zu gewinnen, dass sich trotz des ganzen (ver)staatlich(t)en Überregulierungswahns überzeugen ließ, dass es nicht nur lustig ist, im P&B zu arbeiten, sondern sich damit auch etwas Geld verdienen lässt. Ein Willkommen den Kolleginnen um Gerhard Hattinger, die uns hoffentlich noch lange (nicht nur) kulinarisch erfreuen sollen und nochmals Dank an das Team von Ludwig & Adele für die feine Zusammenarbeit!

Sie wundern sich vielleicht, wie es zu der Situation kommen kann, dass ein doch recht arrivierter Jazzclub Schwierigkeiten hat, jemanden zu finden, der Speis und Trank ausgibt. Auch wenn nicht – lassen Sie mich das trotzdem kurz aus meiner subjektiven Sicht erklären. Ich wurde vom Chef von L&A im März des Jahres (Sie kennen ja die diesbezüglichen Iden!) in Kenntnis gesetzt, dass er aufgrund der Erfüllung sämtlicher rechtsstaatlicher Anforderungen, finanzprokurativer Auflagen, magistratsspezifischer Erfordernisse, kollektivvertraglicher Verpflichtungen, gesellschaftspolitischer Erwartungshaltungen und was weiß ich noch was alles, bemerkte, dass knapp 50 Prozent des Umsatzes in die Abdeckung von Personalkosten fließen würden. Nun muss man kein studierter Ökonom sein, um zu erahnen, dass sich das wirtschaftlich sinnvoll mittelfristig eher nicht ausgehen kann. Ich nahm die Ankündigung der Aufkündigung zwar bedauernd, aber doch zur Kenntnis – und schob das Thema, nicht daran glauben wollend, vor mir her, bis ich Ende der Saison bemerkte, dass es nun wohl an der Zeit sei, mich um die ganz klar auf uns zukommende Problematik zu kümmern, nachdem mir wider Erwarten niemand „zuflog“, die/der nur darauf wartete, die P&B-Bar zu betreiben. Am 1. August schrieb ich also einen Newsletter an unseren E-Mail-Verteiler, u. a. mit der Bitte: „... Wenn Sie, wertes Publikum, uns jemanden empfehlen können, von dem Sie zukünftig gerne im Jazzclub kulinarisch betreut werden wollen, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf.“ Das war, wie sich zeigen sollte, etwas unklar formuliert, denn eigentlich wollte ich fragen, ob jemand wen kennt, der gerne die P&B-Gastro übernehmen würde. So kamen sehr viele Rückmeldungen der P&B-Community (ausdrücklichen Dank dafür!), die uns ihr Lieblingslokal empfahlen und meinten, wir sollten da einfach nachfragen ... und mit lieben Grüßen von XY. Nachdem ich ja verantwortlich für meine Wortwahl bin, habe ich das natürlich gemacht und überall eine Mail hingeschickt, mit der Frage, ob sie das machen wollten, mit dem Hinweis, dass sie uns empfohlen worden seien. Als ich dann unsere Wunsch-Rahmenbedingungen zusandte, erlosch bei den meisten das Interesse, weil viele offenbar davon ausgingen, dass wir sie bezahlen würden, damit sie ausschenken. Jedenfalls nahm das Ganze eine recht erstaunliche Dynamik an, die mich meinen Urlaub kostete, weil ich den gesamten August diesem Thema widmete und viele Sondierungsgespräche führte, bis zum Schluss vier Teams in die engste Auswahl kamen. Meine allerletzte Deadline war Freitag, der 25. August, 10 Uhr, also weniger als eine Woche, bevor das P&B wieder aufsperrte. Tags davor gab es die letzten Besprechungen, und dann hatte ich die Qual der Wahl – auch weil sich herausstellte, dass ich mir vorstellen konnte, mit allen vier „Kandidaten“ gut zusammenarbeiten zu können. Dank an dieser Stelle natürlich an die von mir abgelehnten Teams, aber das ist die wohl undankbarste Aufgabe, wenn man eine Auswahl treffen muss. Die Entscheidung wurde schlussendlich vom Vorstand getätigt, nach Abwägen aller Argumente. Ich muss sagen, dass ich im Vorfeld bereits derart konsterniert war, dass ich mir schon überlegt habe, die Bar abzureißen und durch Logen zu ersetzen und aufgrund der Tatsache, dass sich kaum noch jemand Personal leisten kann, weil der Faktor Arbeit hierzulande viel zu hoch besteuert ist, Getränkeautomaten aufstellen zu lassen. Das wäre wohl etwas wirklich Neues, oder?

Froh bin ich, dass diese „Revolution“ nun wohl für längere Zeit abgeblasen zu sein scheint. Wenn Sie das auch so sehen, konsumieren Sie bitte ab und zu vielleicht ein weiteres Gläschen oder laden Sie jemand auf den einen oder anderen Drink ein, damit wir nicht mehr auf „automatische“ Ideen kommen müssen. Sie tun damit sich und uns und der Gastro Gutes!

Etwas Amüsantes zum Schluss: Vielleicht können Sie sich noch an die Inserate der Stadt Wien in unserem Folder im vergangenen Jahr erinnern? Es handelte sich damals um einen Kompromissvorschlag des Herrn Stadtrates, der unsere Betriebssubvention partout nicht erhöhen wollte, aber aus seinem Werbebudget etwas Geld freimachen konnte. Bei einer Besprechung stellte er eine Prolongierung dieser Unterstützung in Aussicht, aber auf Nachfrage meinerseits wurde mir von der zuständigen Referentin mitgeteilt, dass sie derzeit keine Inhalte hätten, die sie im Folder kundtun könnten. In Anbetracht der Flut an städtischen Inseraten in diversen Krawallblättern ehrt mich diese Ablehnung sogar!

In diesem Sinne, cheers!

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September 2017

Rein gefühlsmäßig und bar jeder Statistik war die vergangene Saison eine wirklich gute – beginnend mit einem zweitägigen Song-Zyklus des großen austriakischen Komponisten Michael Mantler, über das sensationelle Gastspiel von John Zorn im November mit ungefähr zweieinhalb Dutzend Musikern (Bagatelles-Marathon!), den Auftritt der Minimal-Music-Legende Terry Riley oder das Solo-Recital der Extrem-Performerin Diamanda Galás bis hin zu den Juli-Konzerten von Enrico Rava, Tomasz Stanko, Charles Lloyd und Stanley Clarke – um nur die bekanntesten Namen zu nennen. Inhaltlich vielfältig und qualitativ zumeist hochwertig waren die Konzerte der 24. Saison, wie ich natürlich höchst subjektiv konstatieren darf. Auch in Hinblick auf Publikumszuspruch kann kaum etwas bemängelt werden. Gute Voraussetzungen also für das Jubiläumsjahr 2018?

Im Prinzip schon, wenn da nicht das eine oder andere Damokles-Schwert über unseren Köpfen schweben würde. Seit fast drei Jahren haben wir keinen Hauptsponsor mehr. Bis dato konnten wir das ganz gut kompensieren, weil Musiker mitunter auch für eine geringere Gage spielen (ein Witz eigentlich in einem Bereich, wo es sowieso ganz wenig Geld gibt) und Besucher durchaus bereit sind, einen höheren Eintrittspreis zu berappen. Irgendwann sind aber da wie dort Grenzen erreicht, über die es dann nicht mehr drübergeht. Ich bin der Meinung, dass wir diesbezüglich den Plafond erreicht haben und sowohl einnahmen- als auch ausgabenseitig alles optimiert haben. Wie auch immer – es ist jetzt grad nicht gerade Feuer am P&B-Dach, aber bei absehbaren Investitionen, Reparaturen, Instandsetzungen und dergleichen kann es dann schon etwas brenzlig werden (sie wissen wahrscheinlich, was Fachkräfte kosten).

Und erst recht, wenn sich Teile des Publikums die Tickets nicht mehr leisten können. Und da sind wir schon mitten in der Diskussion, die gerade im Zusammenhang mit den öffentlich unterstützten Gratis-Kultur-Events aufkommt. Einerseits argumentiert die Stadtpolitik, dass damit Interesse geschaffen wird, das die Menschen erst in die Konzerthäuser und Clubs dieser Stadt strömen lässt, andererseits zeigen Erfahrungen, die andernorts gemacht wurden, das genaue Gegenteil. In Graz beispielsweise brachte der sogenannte Jazzsommer die gesamte Clublandschaft in gröbere Schwierigkeiten, von denen sie sich Jahre nach dem letzten „Seitenblicke-Bussibussi-samma alle leiwaund“-Event erst langsam zu erholen beginnt. Ich möchte mich jetzt nicht generell gegen diese Brot & Spiele-Politik aussprechen, bin aber schon der Überzeugung, dass man, wenn man sich schon fürs Nix Kosten entscheidet, jene Kulturanbieter, die Eintrittskarten verkaufen müssen, um ein inhaltlich hochwertiges Programm übers gesamte Jahr anbieten zu können, entweder einbinden sollte, oder diese zumindest in irgendeiner Form unterstützt werden müssten. Übrigens sah und hörte ich auf dem Nachhauseweg am Karlsplatz eine Sängerin, die als samstäglicher Mainact agierte, und die praktischerweise als Kuratorin des dortigen Festes fungierte, sich also der Einfachheit halber gleich selbst engagierte und ins Rampenlicht programmierte. Dem Publikum war’s wurscht, weil eh gratis. Kultur wird also billig für jene, die sie konsumieren, und ziemlich teuer für jene, die sie finanzieren müssen!

Kreative Ticketgebühren wurden nun vom Handelsgericht als Unrecht beschieden. Kauft man z. B. eine Karte für ein P&B-Konzert nicht über unsere Seite oder unsere Vorverkaufsstelle, sondern bei irgendeinem anderen Anbieter, dann kostet dieses Ticket deutlich mehr, als im Folder ausgewiesen. Zum Glück haben wir seit über eineinhalb Jahrzehnten ein eigenes Ticketingsystem, über das wir geschätzte neunzig Prozent der Karten verkaufen und sind damit praktisch autonom und nicht jemandem ausgeliefert. Wir sind also nicht in der Hand von Trittbrettfahrern, die sich ohne Risiko ein schönes Körberlgeld dazuverdienen. Gut, dass dies gerichtlich (noch nicht rechtskräftig) thematisiert wurde.

In diesem Sinne – Willkommen im Club!

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Juli & August 2017

Voilà, Sie bemerken, dass wir immer weniger Lust verspüren, im Sommer auf Urlaub zu gehen. Ich gebe natürlich zu, dass dies in erster Linie auf mich selbst zutrifft (wo soll man denn auch hinfahren, wenn sich der lässigste Jazzclub vor der Haustüre befindet), meine Kolleginnen & Kollegen ächzen hin und wieder ob der nicht enden wollenden Saison, aber prinzipiell bin ich der Überzeugung, dass, wenn eh alle anderen Kulturinstitutionen pausieren, zumindest der Jazzclub ein Mindestangebot in puncto sinnvoller kultureller Freizeitgestaltung machen soll – was denken sich denn sonst all die vielen Touristen, die die Musikstadt Wien im Sommer besuchen und permanent vor verschlossenen Türen stehen?

Natürlich hat das Offenhalten der Jazzclub-Pforten auch damit zu tun, dass Musiker und Bands, die bei diversen Sommer-Festivals auftreten, den einen oder anderen Club-Gig spielen wollen, wenn sie ja sowieso gerade quasi vor Ort, sprich: in Europa sind. Das heißt, das sommerliche Programm hat einerseits mit Angebot zu tun, wofür wir andererseits aber auch Nachfrage schaffen müssen. Schauen wir einmal, in welchem Ausmaß uns das heuer gelingt.

Eine markante Änderung wird es im Herbst geben, nämlich eine neue Betreiberin der Gastronomie. Die Belegschaft von Ludwig & Adele, die uns im Laufe der drei Jahre ans Herz gewachsen ist und bei denen ich mich an dieser Stelle generell und bei Luke Bereuter und Florian Siegismund speziell bedanken möchte, reagieren auf die geänderten gesetzlichen Rahmenbedingungen (hauptsächlich) im Personalbereich, die sich mit einem (fairen!) Geschäftsmodell wie jenem von L&A nicht wirklich vertragen. Dies ist bedauerlich und zeugt auch von einer absoluten Überregulierung im mittelständischen Unternehmer-Umfeld, was mittelfristig dazu führen wird, dass selbst ihr Wirt ums Eck, sobald er irgendwie in Pension gehen kann, dies auch tun wird, und seine Gastwirtschaft zusperrt – und einziehen wird irgendeine globalisierte Kette, die, wie andere Franchise-Unternehmen auch, ihre Gewinne vor Versteuerung im Ö-Land in Oasen verschifft – und das faktisch legal, also unter Tolerierung des Gesetzgebers. Nicht lustig! Also müssen wir uns wieder um jemanden umsehen, der umsichtig und sensibel ab September das P&B-Publikum kulinarisch um- und versorgt. Wir werden fündig werden.

Finden müssen wir auch noch eine dauerhafte Lösung für unsere weltberühmte Kälteanlage, die dafür sorgen sollte, dass die warme Luft von außen auf dem Weg in den Club ordentlich abgekühlt wird. Jetzt ist es so, dass das im Prinzip sogar tadellos funktioniert, wenn das Ding nicht ständig ausfallen würden bzw. alle paar Wochen gewartet werden müsste – die dafür zuständige Fachfirma steht da auch vor einem Rätsel. Als wir diese Anlage installierten, waren alle Beteiligte sehr stolz darauf, weil diese Maschinen besonders energieeffizient und umweltschonend sind. Kein Wunder, wie ich meine, weil sie zumeist „offline“ sind! Nun, wir werden diesen Sommer kältetechnisch schon irgendwie „überbrücken“, aber es kann schon sein, dass es das eine oder andere Mal etwas wärmer ist als gewünscht, was aber der musikalischen Qualität wohl eher keinen Abbruch tun sollte. Im nächsten Jahr haben wir einen kompletten Tausch der Geräte bzw. eine Neukonstruktion der Klimaanlage geplant und in groben Zügen auch schon budgetiert. Bis dahin wird die alte mit viel gutem Zureden und bewährten Tricks noch ihre Dienste leisten (müssen).

In diesem Sinne darf ich einen heißen musikalischen Sommer im (halbwegs) coolen Jazzclub wünschen

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Juni 2017

An dieser Stelle wieder ein paar Nachrichten aus dem Inneren: Da habe ich vor Kurzem tatsächlich geschrieben, dass mit einem Konzert der Trompetenlegenden Tomasz Stanko & Enrico Rava die Spielsaison 2016/17 Mitte Juli ihr Ende finden würde. Das stimmt nun so nicht – natürlich spielen die beiden Grandseigneurs des europäischen Jazz, aber das markiert noch nicht den saisonalen Schlussstrich unter dieses Kapitel – das vierundzwanzigste übrigens in der P&B-Geschichte. Dorothy Darr, ihres Zeichens Filmemacherin und Produzentin und seit knapp viereinhalb Jahrzehnten Managerin und Ehefrau von Charles Lloyd, fragte nach, ob wir nicht am 24. Juli eine Möglichkeit hätten, den legendären Saxophonisten einzuladen. Dazu muss man wissen, dass ein Konzert mit Lloyd schon vergangenen November angedacht war, sich aber kein adäquater Termin finden ließ, was Frau Darr gar nicht goutierte – lässt sich doch ein ganz Großer der Jazzgeschichte in die Niederungen eines Jazzclubs herab, und der Betreiber des Kelleretablissements sagt ganz einfach: „Sorry, no date available.“ Nun, ihr Ärger dürfte glücklicherweise nicht von allzu langer Dauer gewesen sein. Den ersten Gig im „alten“ P&B spielte Lloyd übrigens 1995 und es stellte sich heraus, dass sein damaliger Pianist (niemand Geringerer als Bobo Stenson) das letzte Konzert der Tour in Wien nicht spielen konnte, worauf ein gewisser Franck Amsallem einsprang, der Lloyd zuvor einen Brief schrieb, in dem stand, dass er alle seine Tunes kenne und wann immer er einen Klavierspieler benötigen sollte, er sofort zur Verfügung stehen würde. Amsallem reiste also von New York nach Wien, und soweit ich weiß, war dies das erste persönliche Treffen der beiden. Sie unterhielten sich backstage über die Stücke, die sie spielen wollten, und irgendwann kurz vor dem Konzert – Lloyd hatte schon seine Bühnenkleidung an, mit einer ziemlich absurden Kopfbedeckung, die ihn eher wie Till Eulenspiegel aussehen ließ – bemerkte er mit Schrecken, das sein Instrument nicht da war und er es vermutlich im Taxi vergessen hatte, was ich mir wiederum nicht wirklich vorstellen konnte. Ein Telefonat mit dem Hotel, ein bisschen Überzeugungskraft, dass es okay sei, wenn ein Angestellter im Zimmer herumstöbert … und flugs fand sich sein Arbeitsgerät im Koffer auf dem Bett wieder und wurde kurzerhand in die Spiegelgasse transportiert. Interessant, dass selbst jemandem wie Charles Lloyd aufgrund einer geänderten Band-Situation etwas Derartiges passiert – was ihn natürlich auch sympathisch macht! Wenn ich mich richtig entsinne, dann war die Gage die höchste, die wir bis dahin gezahlt hatten – eine Summe, damals in DM, die wir diesmal verdoppelt in Euro auszahlen. The times they are a-changin’! Das 95er Konzert war übrigens super, wie eigentlich fast alle Lloyd-Gigs, die ich im Laufe der Jahre gehört habe. (Ich sage nur: Saalfelden ’87 mit Michel Petrucciani oder November 2004 mit Zakir Hussain im P&B!)

Aber auch das ist noch nicht alles, was die Rest-Saison zu bieten hat. Wir verhandeln gerade mit Stanley Clarke, der aller Voraussicht nach Ende Juli ein zweitägiges Gastspiel geben wird. Nun sind wir da sehr vorsichtig, weil der Meisterbassist schon das eine oder andere Mal angekündigt war und aus dem geplanten Engagement dann doch nichts wurde. Aber wies aussieht, sollte diesmal alles passen, auch wenn seine ganz offizielle Bestätigung noch aussteht. Das ist übrigens mit ein Grund, wieso es heuer einen Extra-Sommerfolder geben wird – mit dem Juli/August-Programm, das bis dahin wohl feststehen wird, inklusive aller „confirmations“.

In diesem Sinne wünsche ich einen spannenden musikalischen Sommerbeginn ...

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Mai 2017

An dieser Stelle ein paar Nachrichten aus dem Inneren: Seit geraumer Zeit rezensiert Hannes Schweiger, seines Zeichens Herausgeber von „Jazz Live“ (einer leider längst eingestellten Fachzeitschrift, die anno 1983 von Wulf Müller und Rainer Rygalyk gegründet wurde), unterschiedliche Konzerte, die er im Porgy & Bess besucht. Diese Rezensionen können Sie exklusiv auf unserer Homepage nachlesen – und zwar unter „News“ bzw. „More News“ in der Rubrik „Nachhall“. Vielleicht entwickelt sich so etwas wie ein interner Diskurs oder gar eine journalistische Plattform. Die jeweiligen Fotos zu den Rezensionen stammen übrigens von Eckhart Derschmidt.

Sollte Ihnen auffallen, dass Sie plötzlich die Musiker auf der Bühne bzw. das Publikum im Souterrain besser sehen, so täuscht der Eindruck nicht. Nach knapp einem Jahrzehnt fand unser Cheftechniker Herr Matky, es sei an der Zeit, das Bühnen- und Publikumslicht dem momentanen Stand der Technik anzupassen. Das ist natürlich zu begrüßen, hat aber andererseits den Nachteil, dass nun Dinge ans „Tageslicht“ befördert werden, an denen auch dringend zu arbeiten sein wird – ohne jetzt ins Detail gehen zu wollen. Eigentlich ein ähnlicher Effekt wie beim Rauchverbot, als man plötzlich wieder olfaktorische Wahrnehmung von besuchenden Menschen machen konnte bzw. musste. Trotzdem: Super Licht, danke Ronny!

Apropos ins rechte Licht rücken: Ab Mai wird ein Triptychon des Malers Lui Janele als mittelfristige Dauerleihgabe den Stiegenabgang des P&B bereichern bzw. attraktivieren. Das Kunstwerk trägt den kurzen und bündigen Titel „Joe Zawinul“ und wurde bereits vor ein paar Jahren für einige Zeit gezeigt. Eine Art Heimkehr des großen österreichischen Meisters, der bekanntlich in den 1950er Jahren gemeinsam mit Friedrich Gulda, der damals gegenüber in der Riemergasse wohnte, in den damaligen Räumlichkeiten, die schlicht „Studio 1“ hießen, konzertierte und u. a. vierhändig sogenannte „Akkordschmäuse“ servierte. 2003 gelang es uns schließlich, dass Zawinul, bevor er das Birdland eröffnete, ein zweitägiges Gastspiel im P&B gab – ein Umstand, für den ich heute noch dankbar und auf den ich auch ein bisschen stolz bin. Am 13. des Monats werden übrigens die ‚Z‘-Awards 2017 in unserem Club verliehen.

Auch wenn das letzte Konzert am 1. Juni stattfindet, sei bereits jetzt der aktuellen Stageband ein Lob ausgesprochen. Die Mannen um Lukas Kranzelbinder haben organisatorisch und musikalisch auf allen Ebenen überzeugt – vor allem Letzteres dürfte auch dem Publikum aufgefallen sein, das in Scharen kam und bestimmt auch am 1. kommen wird. Dank an dieser Stelle für den persönlichen, bis an die Grenzen der physischen Erschöpfung gezeigten Einsatz des Bassisten, von dem zukünftig auch international noch vieles zu hören sein wird. Chapeau!

Aus traurigem Anlass ein Witz des wunderbaren Karl Hodina, den er anlässlich unserer letzten Begegnung zum Besten gab: Ein Jazzmusiker bekommt vom Arzt die Diagnose, dass er nur noch eine Woche zu leben hat. Seine Antwort: Okay, aber wovon??

In diesem Sinne, kommen Sie zuhauf. Willkommen im Club!

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April 2017

Vieles bekommt man ja mit, wenn man mit Jazzmusikern zu tun hat, und nicht alles davon ist erbaulich. Amerikanische Musiker zum Beispiel versichern sofort und glaubhaft, dass sie es nicht waren, die diesen Kerl ins Amt gewählt haben. Ich bin ja schon sehr gespannt, wie sich der Trompeter aus Russland, der im Juni spielt, diesbezüglich äußert. Musiker aus der Türkei, die auch dort leben, sind relativ vorsichtig, weil man bekanntlich nie genau wissen kann, wer da noch wo mithört. Sehr zu hoffen ist, dass sich französische Musiker in Bälde nicht ähnlich artikulieren müssen wie ihre amerikanischen Kollegen. Zumindest dieser „Kelch“ ging an der austriakischen Jazzszene vorbei, ist ja UHBP (© Hufnagl, der Ältere) zum Glück bekennender Ornette-Colemanianer und hat sich klug und würdig seine neue Bürde umgehängt. Die nächsten Jahre haben wir also präsidialerseits wohl keine gröberen Malversationen zu erwarten. Allerdings ist zu befürchten, dass die Zahl der sich entschuldigenden Musiker in näherer Zukunft eher nicht abnehmen wird.

Noch ganz im Banne des Konzertes von Abdullah Ibrahim darf ich berichten, dass der Meister vom P&B ziemlich angetan war und vor seinem Abflug verkündete, dass er gerne wieder zurückkehren möchte. Nachdem er sich für einen guten Teil des Jahres in der Nähe des bayrischen Chiemsees niedergelassen hat, dürfte der Zeitraum bis zum nächsten Konzert wohl nicht allzu lange währen. Hier hat sich also wieder eine neue Tür aufgetan, und das kann uns nur recht sein!

Auf das April-Programm will ich an dieser Stelle gar nicht näher eingehen – steht ja eh alles im Folder. Aber das offizielle Saison-Finale darf ich ankündigen: Es ist zwar noch nicht klar, ob danach – also in der Sommerpause – nicht auch noch das eine oder andere Konzert stattfinden wird, aber rein formal ist die Saison 2016/17 ab dem 16. Juli Geschichte – und sie endet mit zwei sicher denkwürdigen Abenden einer Formation, die zwei singuläre europäische Trompetenstimmen vereint: Tomasz Stanko & Enrico Rava. Ersterer feiert exakt am 11. des Monats seinen 75. Geburtstag, und die Zusammenarbeit mit seinem etwas älteren italienischen Kollegen war sein Herzenswunsch. Schön, dass wir an der Erfüllung seines Geburtstagsbegehrs partizipieren können. Und jeder heimische Trompeter, der sich diese einmalige Gelegenheit entgehen lässt, braucht eine wirklich gute Ausrede!

Und wenn wir schon so weit in die Zukunft blicken, dann tun wir es halt noch weiter: Im September 2018 wird das P&B exakt ein Vierteljahrhundert alt. Nun haben wir runde Geburtstage immer speziell zelebriert. Erinnert sich noch jemand an das Festival 2013 in der Riemergasse? Für Ideen, Anregungen, Wünsche diesbezüglich bin ich natürlich dankbar. In diesem Sinne – willkommen im Club!

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März 2017

Es ist ja schon recht schwierig, einen Live-Musik-Betrieb halbwegs am Leben zu erhalten, aber eine wirkliche Herausforderung scheint es zu sein, ein Plattengeschäft zu betreiben und zwar dann, wenn man einen Angestellten zu finanzieren hat und nicht selbst im Laden steht. Im P&B begonnen haben die Kollegen vom Audio Center im Jahr 2001, die in unserer damaligen Vorverkaufsstelle (und der jetzigen Strengen Kammer) ein CD-Geschäft aufmachten, das etwas darunter litt, dass es von der Riemergasse aus nicht erkennbar war. So schlecht lief das Geschäft aber auch nicht, weil das Audio Center damals ein Zweier-Team war und entweder der eine oder der andere den Laden betreute. Nach einem Zerwürfnis zwischen den beiden, konzentrierte sich Reinhold Weber (der eine) auf sein „Stammhaus“, dem Audio Center am Judenplatz, den er bis heute auf vorbildliche Weise führt. Wir, das P&B hielten aber weiter an dieser Idee fest und führten den Shop in Zusammenarbeit mit Universal – im Hinblick auf Repertoire und Aufteilung der Personalkosten – weiter, bis es irgendwann dem Haupt-Verantwortlichen zu bunt wurde, weil das Geschäft zu wenig  abwarf. Das war übrigens derjenige, der in ein paar Jahren der Staatsoper vorstehen wird. Etwas später ergab es sich, dass wir den dem Gang angrenzenden Raum, der zuvor als eine Art Lager eines persischen Teppichhändlers gedient hatte, dazubekamen. Nach langwierigem Umbauprozedere – hätten wir von Anfang an diesen Raum als Teil des Gesamtumbaus berücksichtigen können, wäre alles deutlich einfacher gewesen – entstand im einen Teil unsere Tageskassa und im vorderen etablierte Alexander Lustig seine „Rote Laterne“ als Kompetenzzentrum in Sachen Audiophilie – und das durchaus erfolgreich. Mit Blick in die Gasse bzw. wichtiger mit einer direkten Wahrnehmung von Außen funktionierte dieses Spartenunterfangen in Bezug auf Jazz & kreative Musik ganz passabel – bis zu dem Zeitpunkt, ab dem Herr Lustig nicht mehr selbst hinter dem Verkaufspult stehen konnte und die eine oder den anderen Angestellte(n) engagieren musste. Und siehe da bzw. siehe oben: Aufgrund der schon fast wahnwitzigen Besteuerung des Faktors Arbeit geht sich ein derartiges Unternehmen ökonomisch offenbar nicht aus. Schade einerseits – und expliziten Dank an dieser Stelle an Reinhold Weber, Peter Necesany und Julian Schönfeld für den Versuch – aber auf der anderen Seite wird dieser Raum der Kunst im engeren Sinne gewidmet und als Public Domain wieder als Raum für Bildende Künstler zur Verfügung stehen, mit quartalsmäßig kurierten Ausstellungen ab April.

Auf den 20.März möchte ich an dieser Stelle noch hinwiesen: Zum einen natürlich auf das Konzert von Georg Vogel, aber vor allem auch auf den Film „Komm und sieh Rudyn“, der um 18 Uhr gezeigt werden wird. Gedreht wurde diese Dokumentation von Friedemann Derschmidt (mit Karin Schneider & Walter Pucher), der an diesem Tage einen runden Geburtstag feiert. Zu diesem Film gibt es eine bzw. mehrere Geschichten. Rudi Rudyn, ein Tänzer, der als der Mann mit den Gummibeinen in die lokale Geschichte einging, und der in den 1920 Jahren in eben diesem Raum auftrat, worin sich nun das P&B befindet. Dieser Film wurde vor dem Umbau im Frühjahr 1999 in den provisorisch adaptierten Räumen des ehemaligen Rondell-Kinos gezeigt, in Anwesenheit des Hauptdarstellers. Übrigens versuchte damals am Tag der Premiere die unterlegene Mitbewerberin um diesen Kulturraum diese Veranstaltung zu unterbinden, indem sie Anzeige wegen irgendeiner fehlenden Betriebsgenehmigung erstattete, was für uns zu einem bürokratischen Hürdenlauf führte, den wir aber schlussendlich knapp aber rechtzeitig bewältigten. Zu dieser Veranstaltung gibt es übrigens einen hochinteressanten Seitenblicke-Bericht, der hier aufgerufen werden kann. Nach erfolgreichem Umbau zeigten wir im Frühjahr 2001 diesen Film noch einmal – wieder im Beisein des hochbetagten Rudyn, der ein paar Wochen später fast 100 Jährig verstarb. Kommen Sie und schauen Sie sich das an und gerne auch noch einiges mehr.....

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Februar 2017

Ein paar Meldungen aus dem Inneren: Unsere langjährige Mitarbeiterin Barbara Bruckmüller, die Sie auch als umsichtige Leiterin ihrer eigenen Bigband kennen, hat beschlossen, sich nach nunmehr 16 Jahren, in denen sie für die Administration und Organisation zuständig war, zukünftig vermehrt auf ihre musikalische Karriere konzentrieren zu wollen. Auf diesem Wege gratuliere ich zu diesem mutigen Schritt und sage vielen Dank für all das Geleistete!

Zwar bin ich ein deklarierter Fan des öffentlichen Verkehrssystems dieser Stadt, aber es soll tatsächlich auch Zeitgenossen geben, die aus unterschiedlichen Gründen die Individualvariante vorziehen und mit dem Automobil zum Jazzclub ihrer Wahl fahren. Nun hat sich da das Jazzland schon vor Jahrzehnten um eine benutzerfreundliche Lösung bemüht und mit der Garage vor der Haustür kooperiert, bei uns hat es halt etwas länger gedauert. Aber nach der meines Erachtens fragwürdigen Einführung von exklusiven Abstellplätzen nur für Anrainer hat sich die Parkplatzproblematik vor Ort deutlich verschärft. Es gäbe zwar genügend Möglichkeiten, das Auto irgendwo in der Nähe stehen zu lassen, aber zumeist halt an Stellen, wo man das nicht darf. Ums Eck des P&B in der Cobdengasse 2 gibt es eine Garage, und wenn Sie da ihr Auto zwischen 17 und 7 Uhr parken, dann zahlen Sie den ausverhandelten Kulturtarif von sage und schreibe 5,20 Euro. Das System funktioniert einfach: Sie lösen beim Reinfahren wie überall ein normales Ticket, holen sich bei unserer Kasse das Kulturticket, stecken beim Rausfahren die anfänglich gelöste Karte und bezahlen mit der im P&B käuflich erworbenen. Alles klar? Vielmehr als ein Bier zwischen An- und Abreise dürfen Sie aber auch zukünftig eher nicht konsumieren, wollen Sie längerfristig im Besitz ihres Führerscheins bleiben.

Zu etwas ganz anderem: Ausländische Kulturforen sind für die internationale Vermittlung austriakischer Kulturidentität in allen Ländern wichtig, aber für uns als Jazzclub ist natürlich das Österreichische Kulturforum in New York, kurz ACF, von prioritärer Bedeutung, gilt der Big Apple doch nach wie vor als das Zentrum des Jazz. Auch wenn der Glanz der späten 1940er und 1950er Jahre, als sich in der 52nd Street ein Jazzclub nach dem anderen reihte (Onyx, Three Deuces, Birdland, Hickory House, Downbeat, Spotlite Club, just to name a few), schon länger vorbei ist, gilt immer noch in Abwandlung eines berühmten Sinatra-Songs „If I can make it there, I’ll make it anywhere“, egal ob als Jazzclub oder -musiker. Seit 15 Jahren steht also nun das von Raimund Abraham geplante und spektakulär umgesetzte Haus in einer Baulücke von gerade 4 x 7 Metern – und das just in der 52. Straße, also in unmittelbarer Nachbarschaft der einstigen Jazzmeile. Und dieses Haus hat auch einen wunderbaren Konzertsaal mit hervorragender Akustik, den wir in der Vergangenheit auch immer wieder bespielten. „A Different Beat on 52nd Street“ nannte sich ein Schwerpunkt, den wir im Wiener Porgy & Bess anlässlich des 10-jährigen Bestehens des ACF im Jahr 2012 abhielten. 2017 feiert das ACF demgemäß eineinhalb Dekaden der Existenz. Wir gratulieren an dieser Stelle, und ich freue mich noch auf viele zukünftige transatlantische Kooperationen bzw. many more different beats!

Unterschiedliches bietet auch das aktuelle Februar-Programm: Von spannenden Solo-Konzerten (Kelvyn Bell, Ketil Bjørnstad, Idan Raichel) bis zu voluminösem Bigband-Schaffen (Lungau Big Band & Lorenz Raab oder SK Invitational um Stephan Kondert). Zwei Jazz-Legenden feiern 80. Geburtstag (Louis Hayes und Kirk Lightsey), ein Blues-Veteran betritt ein weiteres Mal die Bühne (John Mayall, bereits restlos ausverkauft!), die junge austriakische Szene (Hi5, Walter Sitz, Elias Stemeseder) präsentiert sich ebenso wie die bereits arrivierte (Micko, Middleton, Strasser, Dudli, Gonzi, Schneeberger, Schmidt) und natürlich das herausragende Stageband-Kollektiv um Lukas Kranzelbinder. (Holen Sie sich noch einen Festivalpass und stempeln Sie – Sie zahlen für zwei Konzerte und können dafür drei hören!) Und ... „& Music“ gibt es auch, mit den Singer/Songwritern Júníus Meyvant (aus Island!) oder Alex Clare oder dem türkisch-österreichischen Kollektiv Barnar. Zwei Konzerte, auf die ich mich persönlich sehr freue, möchte ich noch empfehlen: Der Meisterschlagzeuger Jeff „Tain“ Watts gibt endlich sein spätes P&B-Debüt, und mit dem Kornettisten Bobby Bradford ist ein wichtiger Wegbegleiter des unsterblichen Ornette Coleman (wieder) zu Gast. Willkommen im Club!

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Januar 2017

So wie es aussieht, dürfte ein sehr langwieriges Projekt endlich doch noch abgeschlossen werden. Wir hinterlassen seit 1994 unsere „footprints“ in der digitalen Welt, waren also sehr früh mit einer eigenen Homepage präsent. Um die notwendigsten Updates selbst vornehmen zu können, beschäftigte ich mich mit Programmierformen und -befehlen, etwas, was gar nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen zählt. Diese Homepage leistete bis Ende 2000 gute Dienste und wurde dann von einem Team rund um Friedemann Derschmidt und Michael Aschauer komplett neu umgesetzt. Diese Seite wurde u.a. für den Ticketverkauf  adaptiert und erweitert und funktioniert im Wesentlichen bis jetzt, also seit fast 17 Jahren. Unsere Homepage ist also ein wahrer Methusalem! Nun gab es aber schon vor Jahren Warnungen, dass wir uns Gedanken über eine neue Seite machen müssten, da irgendwann die alten Programme nicht mehr unterstützt oder irgendwelche Systeme umgestellt würden und somit die Gefahr bestünde, von heute auf morgen plötzlich offline zu sein. Das wäre tatsächlich ein ziemliches Problem, also hörten wir uns um und beauftragten ein junges, aufstrebendes und ambitioniertes Team, das uns versicherte, dass die neue Seite natürlich alles könne, was auch die alte schon konnte – und darüber hinaus natürlich noch vieles mehr. Vor mittlerweile eineinhalb Jahren begann das Team mit der Umsetzung, und als die ersten grafischen Vorschläge präsentiert wurden, waren wir noch zuversichtlich und guter Dinge, die Seite baldigst online stellen zu können. Doch dann stellte sich heraus, dass sich dieses Team in Bezug auf die Komplexität unserer Seite wesentlich verkalkuliert hatte, und man scheiterte schlussendlich glorreich am Ticketverkauf und beim Archiv: beides Themen, die für uns große Wichtigkeit haben. Wurde anno dazumal noch individuell programmiert, kauft man sich heute irgendwelche Tools im Netz und adaptiert sie jeweils auf die vermeintlichen Bedürfnisse. Der Versuch, eine 08/15 Webshop-Lösung zu integrieren misslang ebenso wie jener, zur Rettung ein zugekauftes Ticketsystem zu implantieren. Gespräche mit den Technikern verliefen weitgehend unbefriedigend – um es freundlich auszudrücken. Irgendwann brachen wir das Projekt ab, obwohl bereits Geld und viel Zeit investiert wurde, aber das gesamte Ding war derart heillos verfahren, dass es einfach nicht mehr zu retten war. Ärgerlich natürlich – aber besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Und so kam das ursprüngliche Team wieder ins Spiel. Und siehe da, plötzlich wird wieder individuell programmiert, die Kollegen verstehen, um was es im Detail geht, nach relativ kurzer Zeit wurde ein Konzept präsentiert, das dann unverzüglich umgesetzt wurde. Irgendwann im Laufe des Januars werden Sie diese Seite begutachten können, und ich darf Sie an dieser Stelle schon jetzt ersuchen, uns dann diesbezüglich Feedback zu geben ...

Gut übrigens, dass doch die meisten einen Jazzfan in der Hofburg haben wollen. In diesem Sinne wünsche ich ein musikalisch an-, auf-, er- und sonst noch regendes Jahr 2017. Wir tun diesbezüglich unser Bestes!

Hier können Sie das Januar-Programm als pdf downloaden