July 17, 2018
By Christoph Huber

T├Ątigkeitsbericht 2019

Sorry this part has no English translation

Das Porgy & Bess ist einer der besten Live-Clubs in Europa und ich freue mich immer, wenn ich dort auftreten kann. (Lee Konitz)

Allgemein: Das Porgy & Bess versteht sich als Jazz & Musicclub mit pluralistischem Programmangebot. Das Porgy & Bess fungiert als Ort der musikalischen Begegnung, Auseinandersetzung und Konfrontation für Musikerinnen und Musiker sowie Publikum. Hauptaugenmerk liegt auf der Realisierung einer Struktur, welche die vielfältigen Artikulationsmöglichkeiten der heimischen (Jazz-)Szene bzw. neue Entwicklungsperspektiven berücksichtigt (z. B. die Arbeit mit internationalen Gastmusikerinnen und -musikern). Des Weiteren ermöglicht ein Club, der als „meeting point“ der heimischen kreativen Szene fungiert, Erfahrungsaustausch über stilistische und ästhetische Grenzen hinweg, ist Experimentierfeld für unterschiedlichste Projekte, die nicht dem Diktat eines „ultimativen Statements“ unterliegen müssen, ein Podium für kontinuierliche Weiterarbeit und -entwicklung. Eine Hauptintention des Porgy & Bess ist die Kooperation heimischer Musikerinnen und Musiker unterschiedlichster künstlerischer Herkunft, was der Tendenz einer musikalischen Ghettoisierung entgegenwirkt.

Die europäische Jazzszene hat sich in den letzten Jahrzehnten endgültig als eigenständige und innovatorische Kraft im Jazz etabliert. Nachdem sich das P&B als europäischer Jazzclub definiert, ist es selbstverständlich, kreatives europäisches Musikschaffen zu präsentieren. Kooperationen mit europäischen Partnern sowohl in der Club- (Moods/Zürich, Stadtgarten/Köln, Unterfahrt/München, AMR/Genf, Bimhuis/Amsterdam ...) als auch in der internationalen Festivalszene (Le Mans, Moers, Berlin, Sarajevo, Ljubljana ...) beleuchten verstärkt differenzierte Bereiche außerösterreichischer Improvisationsauffassungen. Intensive Kontakte vor allem mit Veranstaltenden und Musikschaffenden des ehemaligen Ostblocks (Slowakei, Tschechien, Ungarn, Polen, Bulgarien, Rumänien, Litauen, Russland, Estland, Serbien-Montenegro, Kroatien, Albanien ...) führen zu einem internationalen Kulturaustausch (siehe Festivalserie „Step across the border“).

Jazz wird historisch als afro-amerikanische Musik definiert, und immer noch kommen innovatorische Impulse aus dem „Mutterland des Jazz“: zwei gute Gründe, warum einerseits die großen amerikanischen Solistinnen und Solisten dieser Musik, andererseits auch die nachstrebenden Generationen programmatische Berücksichtigung finden.

Zu den Facts: Der Hauptraum des P&B wurde 2019 an 343 Tagen mit über 400 öffentlich zugänglichen Produktionen bespielt, die von über 82.000 Personen besucht wurden. Dazu kamen 98 Konzerte in der Strengen Kammer mit knapp über 2.500 Besucher. Darüber hinaus gab es 12 Vernissagen in der Public Domain mit geschätzten 300 Gästen. Insgesamt wurden in diesem Jahr also über 500 Veranstaltungen in den unterschiedlichen Räumen des Clubs organisiert zu denen knapp 85.000 Personen kamen. Im Jahr 2019 gab es 22 spielfreie Tage.

Das Gesamtbudget des P&B betrug 2019 rund 1,9 Mio €. Das Bundeskanzleramt unterstützte den laufenden Betrieb mit 150.000 €, die Stadt Wien mit 140.000 €, was einer Subventionierung in der Höhe von 13,7% des Gesamtbudgets entspricht. Die Eigendeckung beträgt demnach über 86%. Knapp 5% stammten von Sponsoren wie Ottakringer, AKM, Austro Mechana, Veranstalterverband, Universal, ORF... Seit 2015 müssen wir den Ausfall unseres Hauptsponsors kompensieren, der cirka 10 % des Jahresbudgets zur Verfügung stellte. Die Eintrittseinnahmen liegen bei über 70%. Die restlichen Gelder stammen aus Vermietungen und der verpachteten Gastronomie.