Sa, 02.04.2016
Matthew Stevens Woodwork Trio (USA)

20:30 h
     
 

 

  Matthew Stevens: guitar
Harish Raghavan: bass
Eric Doob: drums


  Der in New York lebende Gitarrist und Komponist Matthew Stevens gilt durch seine Verbindungen zum NEXT Collective und seiner Arbeit mit Christian Scott, Esperanza Spalding, Terri Lyne Carrington, Walter Smith III und Harvey Mason, als einer der vielversprechendsten jungen Künstler in der zeitgenössischen Jazz-Musik.

Mit seinem Debüt-Album Woodwork präsentiert er sich nun selbst als Bandleader und seine eigenen Kompositionen. Das Album präsentiert Stevens vielfältige Einflüsse, seinen warmen, robusten Sound und sein fließendes, emotionsgeladenes Gitarrenspiel an der Spitze eines brillanten Quintetts mit dem mehrfach Grammy-nominierten Pianisten Gerald Clayton, Bassist Vicente Archer, Schlagzeuger Eric Doob und dem Perkussionisten Paulo Stagnaro. Der Titel des Albums gibt fast fühlbar die Art und Weise wieder, wie er Musik kreiert. „Es ist eine Metapher dafür, wie ich mich selbst mit Tönen interagieren sehe. Woodwork ist ein Akt der Schöpfung in enger Zusammenarbeit mit der natürlichen Welt; es ist eine Art Handarbeit mit natürlichen Stoffen“, sagt Matthew Stevens. „Diese seltenen Materialien existieren, egal, ob man sie benötigt oder nicht. Das versuche ich zu respektieren und lasse die Musik sich ganz natürlich entfalten“.

Woodwork legt den Klang von Matthews Gitarre ganz nach vorne in die Mitte des Geschehens und erzielt eine vollmundige Resonanz, die das eingehende Gefühl eines Live-Konzert-Erlebnisses einfängt. „Wenn Du ein Saxophon oder eine Trompete hörst hat man oft das Gefühl, im selben Raum ohne Puffer zu sein“; erklärt Matthew. „Es gibt einem ein wirkliches Gefühl der Direktheit, wenn man die Aufnahmen hört – und das vermisse ich mit der Gitarre. Als Gitarrist sind dein Ansatz und deine Artikulation große Beiträge zu deiner Identität als Instrumentalist. Aber wenn du nichts davon in Deinen Sound einbringen kannst und damit einen direkten Draht zum Hörer entwickelst, verlierst Du jede Menge Nuancen deiner musikalischen Persönlichkeit. Ich habe je ein Mikrofon vor meiner Gitarre und vor dem Verstärker, womit ich die Musik lebhaft und mitreißend im gesamten Raum verteile“.

Als selbsternannter Gitarren-Fanatiker, der sich als Kind in die Jimi Hendrix-Plattensammlung seines Vaters verliebte und dies nie bereute, setze sich Matthew Stevens bewusst eine Band zusammen, in der allein die Gitarre seine Melodien wiedergibt. Seine Saiten schimmern über dem perkussiven Wechselspiel im Opener „Ashes (One)“, dann webt er einen hypnotischen Groove in „Star L. A.“, die Saiten singen die Folk-inspirierte Melodie im Titelstück und brüllt förmlich in „Uptown Dance Party“, der flottesten Komposition des Albums.

Das trügerische „Sunday“ führt die genre-überbrückende Mission des NEXT Collective mit einer packenden David-Bowie-Coverversion fort, während „Blasted“ mit seinen wogenden, zyklischen Melodien Wayne Shorter Tribut zollt – Stevens wurde kürzlich von Terri Lyne Carrington eingeladen, an einer Spendenaktion für den kommenden Dokumentarfilm „Wayne Shorter : Zero Gravity“ neben einem All-Star- Lineup einschließlich Shorter selbst, Herbie Hancock, Esperanza Spalding, Marcus Miller, Lalah Hathaway, Corrine Bailey Rae, Lizz Wright und Dee Dee Bridgewater mitzuwirken. Stevens verfügt über die seltene Fähigkeit, singbare Melodien mit zerebraler Komplexität zu vereinen, wie im straffen, abwechslungsreichen „Sequel“ oder dem knorrigen „Grown Ups“.

Das durchkomponierte Duo für Gitarre und Klavier „Gently“ vernetzt die faszinierenden Ausdruckslinien von Matthew Stevens und Cerald Clayton. „Brothers“, als Trio mit Vicente Archer und Eric Doob dargeboten, umfasst den Klang der akustischen Gitarre von der blühenden Resonanz des Klangkörpers bis zum Scharren von Fingern auf den Saiten. Und das hier war keine gewöhnliche akustische Gitarre: Das Album wurde im Clubhaus Studio in Rhinebeck im US-Staat New York aufgenommen. Und wie der Zufall so will, besitzt das Studio eine Lowden Gitarre aus den 1970er Jahren, die früher von Folk-Legende Pete Seeger gespielt wurde. Es war dieses Instrument, das Stevens ehrfürchtig für diesen Song auswählte. „Insgesamt waren wir alle in der Lage, genau das einzubringen, was wir musikalisch für wichtig erachten“, sagt Stevens. „Nach meiner eigenen Erfahrung gibt es nichts, das sich spannender anfühlt.“ (Pressetext)

 
Eintritt:
EUR 18,00
 


 
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