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STREIT IN DER REIMERGASSE 11
Der wahrscheinlich älteste Streit der rund um die Riemergasse 11
(alt Nr. 812) kulturpolitisch erwähnenswert ist, datiert auf das
Jahr 1496. In diesem Jahr wurde das ganze Haus von den Geschäftsleuten
der damaligen Besitzern (Margarethe Purkchl, in zweiter Ehe mit dem Lederer
Jorg Wasner verheiratet), um 120 Pfund dem Parlier bei St. Stephan Jorg
Ochsl (Oxl) und dessen Frau Anna verkauft.
Oxls Name steht in Zusammenhang mit der Arbeit am Orgelfuss zu St. Stephan
und dem daraus entbrannten Streit zwischen ihm und Meister Anton Pilgram,
der ihn vom Bau verdrängte, worauf Oxl seine Stellung aufsagt, was
ihn in kulturpolitische Vergessenheit geraten ließ, zumindest was
das Lehrbuchwissen Wiener Schulkinder betrifft.
Sein Haus in der Riemergasse verkaufte er 1510 um 211 Pfd dem Fleischhacker
Hanns Luntzer und dessen Frau Magdalena. Die Eheleute hinterliessen es
ihrem Sohn Hännslein, der es 1526 um 155 Pfd dem Buchdrucker Hanns
Singriener und dessen Frau Elisabeth verkauft, die auch das Nachbarhaus
Nr. 811 besassen. Us.w
(Prillisauer, 686f)
Ein nachhaltiger Streit hielt den Besitzer des Kinos Rondell, Wladislaw
Rath und den Hausbesitzer bzw. Verwalter Salomon Markus in den 1960ern
in Atem, da der Kinobesitzer ohne Eigentümerzustimmung Umbauarbeiten
vornehmen lies.
Einen Höhepunkt muß diese jahrelange Auseinandersetzung erklommen
haben, als 1967 die Wohnung von Marthe Schütz zu brennen begann,
diese den Tod fand, Wasser aus ihrer in die darunterliegende Wohnung und
in den Kinosaal strömte. Der Kinobesitzer Rath rief daraufhin den
Hausbesitzer an, dieser - wie erwähnt mit jenem zerstritten - leugnet
jedoch ein gegenseitiges Kennen und legte auf, so gab es zumindest der
Kinobesitzer Rath zu Protokol .
Der prominenteste Streit in letzter Zeit war die Auseinandersetzung zwischen
dem "link" Frauenprojekt rund um Barbara Klein und dem Porgy & Bess. Beide
wollten in die historische Spielstätte, beiden war sie wohl so irgendwie
zugesagt.
Irgendwie ging diese Auseinandersetzung auch für die zeitweiligen
Verliererinnen glimpflich aus, betreiben sie doch nun den kosmos frauen.raum
im ehemaligen kosmos kino in der Siebensterngasse
Recherche und Text
Karin Schneider
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