Fr 30. November 2018
20:30
Wien Modern 2018 – Abschlusskonzert

London Jazz Composers Orchestra (GB/ESP/D/CH/A)

Barry Guy: bass, leader
Agustí Fernández: piano
Pete McPhail: soprano saxophone, flute
Michael Niesemann: alto saxophone
Jürg Wickihalder: tenor, soprano saxophone
Simon Picard: tenor saxophone
Julius Gabriel: baritone saxophone
Andreas Tschopp, Alan Tomlinson, Konrad Bauer: trombone
Henry Lowther, Martin Eberle, Rich Laughlin: trumpet
Marc Unternährer: tuba
Phil Wachsmann: violin
Barre Phillips: bass
Lucas Niggli: percussion

Programm
Verschiedene Solos, Duos & Ensembles
Barry Guy "Harmos" (ÖEA)

Die legendäre Großformation zwischen Komposition und Improvisation wurde vor gut 45 Jahren von Bassist und Komponist Barry Guy gegründet (das Bild zeigt die Inkarnation der frühen 1990er). Jetzt kommt das internationale All-Star-Kollektiv für einen seiner äußerst raren Live-Auftritte ins Porgy & Bess – wappnen Sie sich für einen außerordentlich energiegeladenen musikalischen Funkenflug zum Abschluss von Wien Modern 2018. (Pressetext)

Jedes Mal, wenn Musik- und Jazzfreunde den seit einigen Jahren in der Schweiz lebenden Kontrabassisten, Komponisten und Orchesterleiter Barry Guy live erleben, sind sie begeistert, ja hingerissen von seiner Vitalität, Musikalität und seinem Ideenreichtum. Er sprüht geradezu vor lauter kommunikativer Action. Besonders gut erinnere ich mich an den Abend im Stadttheater Schaffhausen, an dem Barry Guy im Rahmen des Schaffhauser Jazzfestival 2008 mit seinem London Jazz Composers Orchestra ein Konzert gab. Aufgeführt wurde Barry Guys Komposition "Harmos" und mitgewirkt haben viele Musiker, die schon bei den Aufnahmen von 1989 beim Zürcher Taktlos Festival dabei waren, einige spielten sogar bei der ersten Besetzung von 1970 mit. "Dies hat dem Orchester eine Stammlinie gegeben, eine Art roten Faden, und mir persönlich ein wohltuendes Gefühl von Unterstützung für eine Vision, die über die Jahre Bestand behalten hat, selbst, wenn sich die Methodik gewandelt hat", sagt Barry Guy zu diesen Aufnahmen und weiter: "Auch wenn die Jungs seit dem das eine oder andere graue Haar bekommen haben war die Kraft des Spieleinsatzes bei der Schaffhauser Aufführung von 'Harmos' ungebremst". Wenn man dieses Konzert miterlebt hat, kann man sich Barry Guys ungebremster Begeisterung nur anschliessen. Höchst eindrücklich die Wechselspiele zwischen Freiheit und Form, zwischen Soli, Kollektivimprovisationen und notierten Tuttipassen. Und immer wieder das expressive, hymnisch-melodische Themenmaterial, das in seinen Varianten das ganze Stück wie eine Art Atem prägt. Wie hochemotional und erfrischend diese Versammlung grösstenteils prominenter Spieler der europäischen und vor allem englischen Modern-Jazzszene agierte, angefeuert von ihrem Leader, kann man auf der bei diesem Anlass entstandenen, sehr gut aufgenommenen und geschnittenen DVD nachvollziehen. Barry Guy widmete diese Aufführung dem 2007 verstorbenen Posaunisten und Mitbegründer des LJCO Paul Rutherford. (Johannes Anders, Februar 2012)

Eine Veranstaltung von Wien Modern