Do 27. Mai 2010
20:30

Kalksjazz Stageburg „may or ship“ (A)

Stageburg
Oskar Aichinger: piano, vocals
Thomas Berghammer: trumpet, vocals
Hannes Enzlberger: bass, vocals
Christian Gonsior: saxophone, vocals
Clemens Hofer: trombone, vocals
Martin Zrost: saxophones, clarinets, vocals
Kalksjazz
Heinz Ditsch: accordion, singin foxtail, vocals
Paul Skrepek: drums, vocals
W.V.Wizlsperger: vocals, euphonium, comb

Jetzt auch schon wieder zum letzten – oder vielleicht doch vorletzten Mal (möglicherweise wird der Junitermin doch nicht dem Fußballgott geopfert) wird sich das obgenannte Buncherl von Welt- und Ausnahmemusikern (siehe: Stageburg) von A wie Aichinger bis Z wie Zrost bemühen, die drei kollegialen Vorstadtschlurfe (siehe: Kalksjazz) behutsam in die Welt des Jazz und der Musik einzuführen! Aber, und das haben die längst als „Überstanden!“ ins Musikgeschichtebüchel eingetragenen vorhergegangenen Konzerte deutlich gezeigt, wieder wird´s vergebliche Liebesmüh sein: Einerseits weil die Herren Ditsch und Skrepek sich ohnehin sehr schnell in der Welt des Jazz und der Musik daHeim/zuHause gefühlt haben bzw. – wie oft zu hören war – sich dort schon seit eh und jeh einen luxuriösen Zweitwohnsitz halten; und andererseits, weil der dritte Vorstadtschlurf seinen Ruf als kunstferner, alkoholaffiner Dopplerdilettant inzwischen so nachhaltig festigen konnte, dass es jetzt eigentlich blöd wär und das p.t. Publikum nur verunsichern würde, wenn er sich jetzt, so kurz vor Schluß und Aus, noch ändern tät.
Apropos Tagesaktualitäten: Demmoment richtet die männliche Schankhilfe der Wirtin meines Vertrauens quer über ihre Kernkompetenz hinweg mit fragendem Unterton das Wort an mich: „Sind wir heute nicht gut Aufgestellt? Machen wir heut’ denn gar keinen Nietzsche ran? “ und die Wirtin mischt sich vorwurfsvoll drein: „Vielleicht müsserten wir am Ende des Tages gar noch ein bisserl ein Geld in die Hand nehmen, damit sich der Herr Gut von Gast noch ein deppertes Zitaterl aus seinen Häuslfingerln zuzeln tut, oder wen oder was!? “ ... also gut, bittesehr, sollt ihr euren Nietzsche haben – aber nur um des heiligen Friedens willen: „Die Predigt der Keuschheit ist eine öffentliche Aufreizung zur Widernatur. Jede Verachtung des geschlechtlichen Lebens, jede Verunreinigung desselben durch den Begriff 'unrein' ist das Verbrechen selbst am Leben – ist die eigentliche Sünde wider den heiligen Geist des Lebens.“
„Amen“ murmelt Gerri „Cotton“ Woratschek und läßt langsam die Tarockkarten sinken „Und wos sogt eigentlich da Reina Maria zu dem gaunzn Wahaunsinn?“„Falls sie Rilke meinen“ entgegne ich ihm in der Art, wie hier der Veltliner serviert wird, also kühl und trocken „Nichts natürlich! Damals hat es ja noch gar kein geschlechtliches Leben gegeben!“ worauf die Wirtin mit dem Klassiker „Schbeaschdund is! Ich räum langsam ab!“ droht. – Und wir trinken unverzüglich! Treten Sie ein, es zahlt sich aus! (Anonym. Name d.i.d.R.n.m.g.w.)